Blackbox – Das etwas andere iPhone-Spiel

Ich spiele sehr selten auf meinem iPhone, in all den Jahren haben es vielleicht zehn bis 20 Games für  längere Zeit auf meinen Bildschirm geschafft. Irgendwie fehlte mir da meistens die Faszination oder das wilde Rumgetippe auf dem Bildschirm ging mir schnell auf die Nerven.

Jetzt habe ich allerdings wieder mal etwas interessantes gefunden: „Blackbox – think outside the box“! Ich will gar nicht zu viel verraten, aber um die einzelnen Levels zu lösen, muss man eher ungewöhnliche Maßnahmen ergeifen. Das Telefon zu neigen oder auf den Kopf zu drehen oder bestimmte Einstellungen zu verändern markiert da erst den Anfang. Ich habe bei appgefahren.de gelesen, dass man sogar mal ins Mikro schreien muss. Es ist also eher kein Spiel für die Öffentlichkeit, es sei denn, man ist da völlig schmerzfrei 😉

Viele Level lassen sich erstmal kostenlos spielen, man kann es also ruhig einfach mal ausprobieren. Hier gibt es Blackbox im AppStore.

The Hairdresser of Harare von Tendai Huchu

Read around the World – Next Stop Simbabwe! Ich habe zwar schon Wir brauchen neue Namen von NoViolet Bulawayo gelesen, aber dieses Buch hier schien mir auch sehr interessant und war für den Kindle einfach gnadenlos günstig.

Es handelt von Vimbai, einer begabten Friseurin und alleinerziehenden Mutter, die in einem Friseur-Salon in der Hauptstadt Harare arbeitet. Als eines Tages das Naturtalent Dumisani auftaucht und versucht, ihr den Rang als Star des Teams abzulaufen, ist Stress natürlich vorprogrammiert.

Das Buch bietet Alltagsleben und dessen Widrigkeiten, Geldnot, Familienstreit, Liebeskummer, Politik und gesellschaftliche Zwänge und ist auf jeden Fall kurzweilig und lebendig geschrieben. Mich persönlich hat es allerdings sehr gestört, dass der „Twist“ unglaublich vorhersehbar war und auch, wie nachher damit umgegangen wurde. Insgesamt wirkt das Buch über die ersten zwei Drittel etwas ausgearbeiteter und das restliche Drittel ein wenig zu oberflächlich und schnell. Zwischendurch hatte ich auch hin und wieder echte Zweifel an der Plausibilität des Verhaltens und der Gedanken der Figuren. Vielleicht sehe ich es aber auch aus meinem persönlichen gesellschaftlichen Hintergrund heraus als zu einfach an, mit bestimmten Situationen umzugehen.

Bei amazon gibt es weitere Infos, das Buch gibt es beim freundlichen Buchladen um die Ecke 🙂

Stolz und Vorurteil von Jane Austen

Ich hatte vorher noch nie etwas von Jane Austen gelesen und weder klassische Liebesgeschichten, noch das Leben von Aristokraten interessieren mich besonders. Aber ich habe mir vorgenommen, mir endlich mal ein paar Klassiker zu Gemüte zu führen und da es dieses bei Spotify als Hörbuch gibt, stand dem nichts mehr im Wege.

Am Anfang fand ich es ganz unerträglich, wie schrecklich die Figuren sich verhalten. Dieser ganze Patriarchalismus, die Arroganz, der Standesdünkel und – ja – der Stolz und die Vorurteile, einfach nur schlimm! Aber, und das war natürlich keine Überraschung, Jane Austen kann schreiben. Und wie sie das kann! Mit Fortschreiten der Geschichte hat es immer mehr Vergnügen bereitet, diese wirklich bissige Gesellschaftsstudie der damaligen Zeit zu verfolgen. Und auch wenn ich mich dafür etwas schäme, ich konnte es dann nicht mehr erwarten zu erfahren, ob Elizabeth und Mr. Darcy sich am Schluss noch bekommen. Das Sahnehäubchen war die großartige Eva Mattes, die beim Lesen vor allem die unsympathischsten Personen wundervoll zum Leben erweckt hat.

Ich hätte jetzt zwar gerne ein, zwei Doppelstunden Deutsch-Unterricht dazu, denn ich denke, beim lockeren Hören während der Autofahrt ist mir so einiges entgangen. Aber ich finde, es hat sich trotzdem gelohnt.

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Baking Cakes in Kigali von Gaile Parkin

Endlich eine weitere Station auf meiner Lese-Weltreise: Ruanda! Dieses Buch hatte ich schon länger im Auge, was mich aber immer ein bisschen hat zögern lassen, ist, dass es von einer Weißen geschrieben wurde. Daher bin ich ein bisschen skeptisch, ob es hier wirklich eine authentische Sichtweise ist. Immerhin ist Gaile Parkin in Zambia geboren und hat lange in Ruanda mit Frauen gearbeitet, die den Genozid überlebt haben. Daher hoffe ich, dass das Leben in der Hauptstadt Kigali einigermaßen realistisch wiedergegeben wird. Als ein Indiz dafür kann man z.B. die recht kritische Betrachtung der Weißen, die im selben Apartment-Komplex leben und die Arbeit der NGOs anführen.

Aufgrund der schlimmen Geschichte Ruandas hatte ich ein wenig Angst, wie schlimm das Buch wohl werden würde. Obwohl der Genozid und auch andere schwierige Themen, wie z.B. die Verbreitung von AIDS oder obdachlose Waisenkinder vorkommen, gehört dieses Buch meinem Gefühl nach dennoch in die Kategorie „herzerwärmend“. Die Darstellung der ruandischen Geschichte geschieht relativ behutsam und mit einer großen Portion Hoffnung auf ein dauerhaft friedvolles Zusammenleben. Die Hauptfigur Angel Tungaraza, eine begnadete Konditorin und ganz patente und zauberhafte Frau, wird mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben. Ihre Begegnungen mit den verschiedensten Menschen und deren speziellen Situationen sind sehr lebensnah geschrieben und geben einem das Gefühl, sie bald selbst gut zu kennen. Wenn ich das nächste Mal ein Problem habe, würde ich gerne an ihre Tür klopfen, ihr „Karibu!“ hören und mir bei einem Stück Kuchen von ihr helfen lassen. Wenn Sie nicht gerade endlich mal die Füße hochgelegt hat und ein paar Minuten für sich haben möchte 😉

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The Hate U Give von Angie Thomas

„The Hate U Give“ von Angie Thomas wollte ich unbedingt lesen, da ich im Vorfeld sehr viel  Gutes darüber gehört habe. Es thematisiert Polizeigewalt gegen schwarze Jugendliche und den alltäglichen Rassismus in den USA.

Geschrieben ist es aus der Sicht der 16-jährigen Starr, die zwischen zwei Welten steht. Im Kreise ihrer Familie und ihrer Freunde kann sie sie selbst sein und sich natürlich verhalten. In der „weißen, guten Schule“, die sie besucht, hat sie das Gefühl sich anpassen zu müssen und ihre Identität zu verleugnen. Dies wird immer wieder befeuert durch Bemerkungen oder Handlungen ihrer Mitschüler, aus denen tief sitzender Rassismus spricht. Eines Abends gerät Starr in eine schreckliche Situation. Sie muss mit ansehen, wie ein Polizist ihren Jugendfreund Khalil erschießt, ohne dass dieser eine Bedrohung dargestellt hätte. Daraufhin gerät sie in einen Strudel sehr belastender und teilweise auch gefährlicher Ereignisse.

Der Autorin wird eine realistische Sichtweise auf die gesamte Thematik zugesprochen und ich hatte auch diesen Eindruck. Das macht das Buch sehr wichtig und wertvoll. Die Figuren und Ereignisse sind nicht schematisch oder klischeehaft dargestellt, der innere Kampf von Starr wirkt sehr echt und nachvollziehbar. Durch die Tatsache, dass in den USA immer wieder schwarze Jugendliche von Polizisten erschossen werden, geht das Buch natürlich besonders nahe.

Beim Lesen musste ich hin und wieder schwer schlucken, wenn gewisse Verhaltensmuster thematisiert wurden, die Weiße so an den Tag legen. Seien es vorschnelle Urteile und Zuweisungen oder dumme Fragen. Es gibt noch viel zu lernen. Dieses Buch ist eine wichtige Stimme zur Aufklärung über bewusste und unbewusste rassistische Verhaltensweisen.

Ich habe es auf englisch gelesen, da mir die Original-Sprache in diesem speziellen Fall sehr wichtig war. Ich fand es gut verständlich, musste allerdings manchmal einige „Slang-Wörter“ googlen. Toll war, die ganzen Tänze auf Youtube zu recherchieren. Auf der nächsten Party könnte ich jetzt glatt versuchen, beim Nay-Nay oder Wobble mit zu tanzen.

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