Baking Cakes in Kigali von Gaile Parkin

Endlich eine weitere Station auf meiner Lese-Weltreise: Ruanda! Dieses Buch hatte ich schon länger im Auge, was mich aber immer ein bisschen hat zögern lassen, ist, dass es von einer Weißen geschrieben wurde. Daher bin ich ein bisschen skeptisch, ob es hier wirklich eine authentische Sichtweise ist. Immerhin ist Gaile Parkin in Zambia geboren und hat lange in Ruanda mit Frauen gearbeitet, die den Genozid überlebt haben. Daher hoffe ich, dass das Leben in der Hauptstadt Kigali einigermaßen realistisch wiedergegeben wird. Als ein Indiz dafür kann man z.B. die recht kritische Betrachtung der Weißen, die im selben Apartment-Komplex leben und die Arbeit der NGOs anführen.

Aufgrund der schlimmen Geschichte Ruandas hatte ich ein wenig Angst, wie schlimm das Buch wohl werden würde. Obwohl der Genozid und auch andere schwierige Themen, wie z.B. die Verbreitung von AIDS oder obdachlose Waisenkinder vorkommen, gehört dieses Buch meinem Gefühl nach dennoch in die Kategorie „herzerwärmend“. Die Darstellung der ruandischen Geschichte geschieht relativ behutsam und mit einer großen Portion Hoffnung auf ein dauerhaft friedvolles Zusammenleben. Die Hauptfigur Angel Tungaraza, eine begnadete Konditorin und ganz patente und zauberhafte Frau, wird mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben. Ihre Begegnungen mit den verschiedensten Menschen und deren speziellen Situationen sind sehr lebensnah geschrieben und geben einem das Gefühl, sie bald selbst gut zu kennen. Wenn ich das nächste Mal ein Problem habe, würde ich gerne an ihre Tür klopfen, ihr „Karibu!“ hören und mir bei einem Stück Kuchen von ihr helfen lassen. Wenn Sie nicht gerade endlich mal die Füße hochgelegt hat und ein paar Minuten für sich haben möchte 😉

Bei amazon gibt es weitere Infos, das Buch gibt es beim freundlichen Buchladen um die Ecke 🙂

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