Haldern Pop 2013: 30 Jahre Haldern Pop Festival

Die Krönung des Festival-Jahres: Haldern Pop 2013

Nach dem Best Kept Secret, dem Open Source und dem HORST stand dieses Wochenende das wahrscheinlich letzte und für mich liebste Festival für dieses Jahr an: Haldern Pop! Mehr Live-Musik 2013 gibt es dann wohl nur noch in stickigen Hallen und mit überfüllten Zügen auf der viel zu späten Heimfahrt.

Zum dritten oder vierten Mal waren wir jetzt da (zum ersten Mal 2007) und ich möchte es jetzt gerne endgültig fest in unseren Jahresablauf integrieren. Die Karten hatten wir schon, bevor überhaupt eine einzige Band bestätigt war. Aber wenn das irgendwo kein Problem ist, dann hier. Allein die entspannte Atmosphäre und die schöne Umgebung sind schon einen Besuch wert. Und als dann Balthazar (meine momentane Lieblingsband), Sophie Hunger (nur Gutes gehört) und Regina Spektor (wollte ich schon immer mal sehen) auf dem Line-Up auftauchten, war ohnehin alles gut.

Besondere Atmosphäre, entspannte Menschen

Den Rest des Glücks erschaffen dann die Menschen (viele über 30, ein paar unter fünf, sehr wenige besoffen-laut) und die Atmosphäre. Auch das leckere Essen (Falafel, Nutella-Crêpe und ChariTea all day long), die Landschaft (See! Kühe! Blauer Himmel!), die Sonne und der Wind. Und natürlich vor allem die interessante, wenn auch bis dato unbekannte Musik. In dem Heft zum Festival stand sowas wie „in Haldern spielen Bands, für die ich nicht viel übrig habe, es sei denn, sie spielen in Haldern“ – und so ist das auch irgendwie immer.

Haldern Pop 2013

Haldern Pop 2013: Unsere Highlights

Richtig geflashed waren wir von Sophie Hunger. Auf den Studio-Aufnahmen klang das schon interessant und intelligent-politisch-jazzig. Aber was dieses zarte Persönchen dann an Austrahlung, Zauber und Bühnenpräsenz versprühte, hat mich teilweise mit offenem Mund dastehen lassen. Der große Mann mit der Posaune war ein beeindruckender Bonus. Direkt nach der Ankunft konnten wir tropfend aber glücklich im heißen, stinkenden Spiegelzelt nochmal die großartigen Balthazar erleben. Danach haben wir dann mal überprüft, ob Tom Odell die 0/10 in der Platten-Rezension verdient hat. Hat er wahrscheinlich, ja, aber immerhin kann er Klavier spielen.

In der Nacht gab es James – ein wenig verstörend, der Sänger, der aussah, als hätte sich Ben Kingsley als Michael Stipe verkleidet. Außerdem haben wir zu den Alabama Shakes gegrooved und ein paar für mich leider namenlose Acts vor dem Spiegelzelt beim Chillen gehört. Später stand ich dann inmitten einer ekstatisch emotional aufgeladenen Menge und hörte und sah Kettcar. Leider wurden die für mich einfach kein bisschen interessanter, auch wenn ich zugeben muss, dass die eine oder andere Textzeile mir durchaus eine Gänsehaut verschafft hat. Regina Spektor war dann zum Schluss ganz anders als erwartet. Eine artig-bezaubernde Frau mit einer Glockenstimme und ein paar kleinen freaky Einlagen. Mehr Kunst als cool, aber durchaus faszinierend.

Spaß ohne Alkohol 😉

Fun Fact am Rande: Während des gesamten Festivals hat nicht ein Tropfen Bier (oder anderer Alkohol) unsere Lippen passiert – ungewohnt, aber durchaus nachahmenswert. Mit ganz wachem Kopf kann man die Feinheiten von Musik und Texten sicher besser erfassen und hat außerdem die Möglichkeit, nachts um eins noch nach Hause zu fahren. Zu einem sauberen Bad und einem kuscheligen Bett und einer Nacht ohne Menschen, die finden, zwei Stunden Schlaf für die Zeltnachbarn sind doch ausreichend.

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