Ach, Kuba…

… Du armes, faszinierendes, vielfältiges, kaputtes, nerviges, freundliches, unverständliches, schönes, anstrengendes Kuba.

Unsere Kuba-Reise im November 2014

Auch mit einigen Wochen Abstand fällt es mir immer noch schwer, ein zusammenfassendes Urteil über unsere Kuba-Reise zu fällen. Aber vielleicht muss ich das ja auch gar nicht. Ich denke an viele schöne Momente und unglaublich herzliche Menschen zurück, an beeindruckende Natur und wunderschöne Sonnenuntergänge am Strand. Leider jedoch auch an schlechtes Essen, ultra-aufdringliche Jineteros, gelangweilte, unfreundliche Angestellte und am Flughafen die Minuten gezählt zu haben, ENDLICH ins Flugzeug nach Hause zu steigen.

Möchte ich nochmal hin? Auf keinen Fall! Bereue ich es, dass wir diese Reise gemacht haben? Auf keinen Fall!

Bin ich kein Kuba-Typ?

Wir haben auch Menschen getroffen, die restlos begeistert von Ihrem Urlaub waren. Scheinbar ist es also eher eine Typfrage. Ich fand es bei allen schönen und interessanten Dingen vor allem: anstrengend. Aber das lag überhaupt nicht an den „Widrigkeiten“, die uns prophezeit wurden. Fehlende Klobrillen, tröpfelnde lauwarme Duschen, klapprige Betten – alles egal! Vielleicht bin ich ja einfach nur ein Vollblut-Kapitalist und komme mit dem Mangel an Konsum-Auswahl nicht zurecht. Drei Wochen quasi das gleiche Essen und in jedem Geschäft die gleichen paar Produkte. Ebenso sind das teils extreme Desinteresse und die Lethargie vieler Menschen dort wohl nur die logische Folge des Sozialismus, der Unterdrückung und der Meinungsdiktatur. Und das Abgeschnitten-Sein von Freunden und Familie durch das faktisch nicht vorhandende Internet war doch ein bisschen schlimmer als erwartet.

Die tollen Menschen

Rausgerissen haben es vor allem die tollen Menschen. Zum Beispiel der unglaublich herzliche Ramiro, bei dem wir die ersten Tage in Havanna gewohnt haben. Ramiro, der uns nach endlosen Stunden und tausenden von Kilometern Reise abends grinsend an der Viazul-Station abholte und uns in seinen winzigen klapprigen Fiat steckte. Uns nur mit ömmeligen Bermudas und Strohhut bekleidet in seiner Mini-Küche gut gelaunt unser Abendessen brutzelte und uns dabei vom schwierigen Leben in Kuba erzählt hat. Der uns verkaterten, blassen Touris morgens frisch gepressten Saft und Omlett serviert hat und uns danach auf eine Tour zu den abgelegeneren Teilen von Havanna mitgenommen hat.

Dann gab es noch die Mitglieder Familie Duque auf ihrer kleinen Farm bei Las Terrazas, die sich rund um die Uhr um unser Wohlergehen gesorgt haben. Von frischem Obst, Pfannkuchen, selbst angebautem Kaffee und mehrgängigen Abendessen über Taxidienst bis hin zu spott-billigen köstlichen Drinks am Abend. Die am Ende weniger Geld haben wollten (was wir nicht angenommen haben), weil wir so unglaublich nett zu ihnen waren (wir mussten ungläubig mit anschauen, wie sie von anderen Gästen rumkommandiert wurden und um jeden Euro gefeilscht wurde).

Die beeindruckende Natur

Auch die langen Wanderungen durch die Wälder und entlang einsamer Landstraßen in Las Terrazas haben mich nachhaltig beeindruckt. Trinidad ist (im Gegensatz zu Cienfuegos, wenn man mich fragt) eine sehr sehenswerte malerische kleine Stadt und am riesigen Strand von Varadero, der zwar so gar nicht karibisch-weiß-palmig-türkis, sondern eher ungestüm und wettergegerbt ist, haben wir eine richtig tolle Zeit verbracht.

Mein Fazit

Insgesamt kann ich also nur sagen, „es ist kompliziert“. Vielleicht sollte man die Erfahrung einer Kuba-Reise einfach selbst machen. Auf jeden Fall hat uns der Lonely Planet geholfen, hier und da ein Restaurant oder ein Café zu finden, denn das war nicht immer ganz einfach. Für den nächsten Urlaub haben wir aber mal Israel ins Rennen gebracht, um eine ganz andere Richtung zu haben. Mal sehen, was uns dort so erwartet.

Hier noch einige Impressionen

Teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.