Baking Cakes in Kigali von Gaile Parkin

Nächste Lese-Station: Ruanda

Baking Cakes in Kigali von Gaile ParkinEndlich eine weitere Station auf meiner Lese-Weltreise: Ruanda! „Baking Cakes in Kigali“ hatte ich schon länger ins Auge gefasst. Was mich aber immer ein bisschen hat zögern lassen, ist, dass es von einer Weißen geschrieben wurde. Daher bin ich ein bisschen skeptisch, ob es hier wirklich eine authentische Sichtweise ist. Immerhin ist Gaile Parkin in Zambia geboren und hat lange in Ruanda mit Frauen gearbeitet, die den Genozid überlebt haben. Daher hoffe ich, dass das Leben in der Hauptstadt Kigali einigermaßen realistisch wiedergegeben wird. Als ein Indiz dafür kann man z.B. die recht kritische Betrachtung der Weißen, die im selben Apartment-Komplex leben und die Arbeit der NGOs anführen.

Worum geht es in Baking Cakes in Kigali?

Die Hauptfigur ist Angel Tungaraza, eine begnadete Konditorin und ganz patente und zauberhafte Frau. Das Buch handelt von ihrem Alltagsleben, den Gesprächen mit ihren Kundinnen und Kunden, den kreativen und individuellen Torten, die sie entwirft und ihrer Familie. Finanziell geht es ihr gut genug, dass sie sich keine großen Sorgen um tägliches Essen, Strom und Kleidung machen muss. Ihr Mann hat einen recht gut bezahlten Job und mit ihren Kuchen verdient sie zusätzlich eigenes Geld. Mit Sparsamkeit und Cleverness kommt sie gut zurecht. In der Familie gab es jedoch tragische Ereignisse. Ihre beiden Kinder sind gestorben und sie zieht nun ihre Enkelkinder groß.

Worum geht es wirklich?

Aufgrund der schrecklichen Geschichte Ruandas hatte ich ein wenig Angst, wie schlimm „Baking Cakes in Kigali“ wohl werden würde. Obwohl der Genozid und auch andere schwierige Themen, wie z.B. die Verbreitung von AIDS oder obdachlose Waisenkinder vorkommen, gehört dieses Buch meinem Gefühl nach dennoch in die Kategorie „herzerwärmend“. Die Darstellung der ruandischen Geschichte geschieht relativ behutsam und mit einer großen Portion Hoffnung auf ein dauerhaft friedvolles Zusammenleben. Der eigentliche Schwerpunkt der Geschichte liegt auf den Beziehungen der Familie und Nachbarn und wie man mit Unterschieden und Problemen diplomatisch aber bestimmt umgeht. Dies steht meiner Meinung nach stellvertretend für die große „Gemeinschaft Ruanda“, die nach ihrer schlimmen Geschichte wieder zusammenwachsen muss(te). Angel ist hier wortwörtlich der „Engel“, der im Kleinen immer wieder Trost und Frieden stiftet und so ihren Anteil dazu beiträgt.

Mein Fazit

Angel wird mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben. Ihre Begegnungen mit den verschiedensten Menschen und deren speziellen Situationen sind sehr lebensnah geschrieben und geben einem das Gefühl, sie bald selbst gut zu kennen. Von Ihrer Art, mit Problemen umzugehen und Menschen zu helfen, kann man viel lernen. Wenn ich das nächste Mal ein Problem habe, würde ich gerne an ihre Tür klopfen, ihr „Karibu!“ hören und mir bei einem Stück Kuchen von ihr helfen lassen. Wenn Sie nicht gerade endlich mal die Füße hochgelegt hat und ein paar Minuten für sich haben möchte 😉

Bei amazon gibt es weitere Infos, das Buch gibt es beim freundlichen Buchladen um die Ecke 🙂

Teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.