Benedikt… Es ist aus!*

Oh weh, mich plagt die Gretchenfrage! Ich bin katholisch, aber warum eigentlich? Den Gedanken, aus der Kirche auszutreten, hatte ich schon vor Jahren zum ersten Mal, hab es aber immer wieder vergessen und für unwichtig befunden. Die jüngsten Ereignisse und Enthüllungen über die Organisation „Katholische Kirche“ und vor allem die internen Kommentare dazu habe ich mit Entsetzen verfolgt und immer wieder den Gedanken gehabt, wie man mit denen etwas zu tun haben möchte. So ein elitärer, reaktionärer, ignoranter Sch***-Laden!

Aber Moment! Ich HABE etwas mit denen zu tun. Ich bin ein offizielles Mitglied und unterstütze sie jährlich mit einem nicht ganz so geringen Betrag. Dies ist allerdings hoffentlich bald Geschichte. Mir reicht es und ich trete aus. Und ich hoffe, dass dies viele Menschen tun, damit die endlich mal aufwachen! Es ist schade für all die lieben Menschen in den „unteren Ebenen“, die vermutlich sogar zu einem Großteil tolle Arbeit machen und Menschen helfen, aber was genug ist, ist genug.

Jetzt stellt sich mir nur noch eine wichtige Frage: Werde ich evangelisch oder lasse ich es ganz mit dem Christ-Sein? Mit den christlichen Werten kann ich mich ganz gut identifizieren und auch wenn ich nicht klassisch an Gott glaube (Bart, Himmel usw.), bin ich der Überzeugung, dass „da“ noch „etwas“ ist, außer unserem alltäglichen, oberflächlichen Leben hier auf der Erde. Außerdem halte ich viele kirchliche Einrichtungen und Projekte für sehr sinnvoll und gebe dafür gerne einen Teil meines Geldes her. Und Frau Käßmann ist mir aus den verschiedenen Zeitungsartikeln der letzten Monate mit ihrer Einstellung auch sehr sympathisch. Allerdings hab ich bis auf ein paar grundsätzliche Dinge keine Ahnung, wo da jetzt die großen und kleinen Unterschiede liegen. Und außerdem, nehmen die mich denn so einfach? 😉

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9 thoughts on “Benedikt… Es ist aus!*”

  1. Praktische Unterschiede gibt’s eh keine, sag ich mal als ehemaliger Evangele. Gut, Evangelen sind vegetarisch (nach katholischem Dogma sind die Oblaten beim Abendmahl wortwörtlich Teile des Leib Christi, der Wein verwandelt sich bei der Verdauung wirklich in sein Blut) und evangelische Pfarrer dürfen verheiratet sein. Oh, und ich glaube, wir haben anders aufgeteilte 10 Gebote.

    PS: Originär christliche Werte gibt es übrigens nicht so viele. Feindesliebe, Monogamie, allumfassender Wahrheitsanspruch und Homophobie, das wären im Grunde schon alle. Andere sind nur verschwurbelte Formen normaler Menschlichkeit (Nächstenliebe, Goldene Regel…).

  2. Im Endeffekt stellt sich ja die Frage, ob du überhaupt eine Kirche brauchst, um glauben zu können.
    Die Kirche hilft vielen Menschen und ist definitiv in der Hinsicht sinnvoll.
    Nur ist die Geschichte halt nicht so nett, Kriege, Missionierung und die Ereignisse der vergangenen Zeit sind da schon ziemlich heftig.
    Ich weiß z.B. nicht ob ich an eine höhere Macht glauben soll. Würde mir aber wann definitiv nicht vorschreiben lassen, wie ich zu glauben habe ;). Man kann auch glauben, ohne einer Konfession anzugehören. Und finanziell kann man ja dennoch unterstützen durch Spenden.

    Ich würde sagen überleg dir einfach, ob du einer Kirche angehören willst und musst um glauben zu können. Und setz dich mit den Unterschieden auseinander..konvertieren solltest du jederzeit können…geht ja bei Eheschließungen auch, oder?

  3. für mich hat kirche nichts mit meinem glauben zu tun. es gibt für mich auch unheimlich viele dinge, die ich am christentum schätze und versuche danach zu leben. festlegen auf diesen glauben möchte ich mich nicht, zu viele no-gos sind vorhanden. ich lebe eine gesunde mischung aus christentum und buddhismus und bin dabei sehr glücklich. das einengen lassen auf einen glauben halte ich für gefährlich.

  4. Ich glaub, so mach ich’s auch. Ganz austreten und trotzdem spenden. Aber dann eher da, wo ich ohnehin schon spende. Aber dann krieg ich nix zu essen von der Caritas, wenn ich alt bin ;_-(

  5. Aber….. wenn du nicht an das klassische Gottbild und das Christentum glaubst, sondern eher nur an ein „etwas“…. bist du dann nicht einfach Agnostikerin und kannst das Geld einer sinnvollen Einrichtung in deiner Nähe spenden?

  6. Echt? Bin ich dann nicht Atheistin? Ich konnte das noch nie auseinanderhalten 😉 Aber so mache ich es ja auch. Morgen geh‘ ich zum Amtsgericht und es ist aus! Und da mich Frau Käßmann nun im Stich gelassen hat… Tja 😉

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