Berlinale-Plakat: © Internationale Filmfestspiele Berlin / Claudia Schramke, Berlin
Eröffnungsabend
Donnerstag, 13. Februar



Puh. Auch in diesem Jahr haben wir wieder Karten für den ersten Abend bekommen und dürfen in der Uber Eats Hall „live“ bei der Eröffnungsgala und dem Eröffnungsfilm dabei sein. Dies ist jetzt meine fünfte Berlinale und sie hat absolut nichts von ihrer Faszination verloren. Denn als der Trailer auf der Leinwand erscheint, bin ich völlig aus dem Häuschen. Zehn Tage Berlinale liegen vor uns und wie immer haben wir 30 bis 40 Filme angepeilt. Uns erwarten soo viele Eindrücke und Einblicke aus aller Welt! Und das nicht nur auf der Leinwand, denn zwischen den Vorstellungen wird natürlich kreuz und quer durch Berlin gefahren, was je nach Ort und Uhrzeit auch einige Erlebnisse verspricht.
Die Gala war diesmal sehr straff organisiert, was den Vorteil hatte, dass man nicht ewig den Politiker*innen zuhören musste. Dass aber im Vorfeld schon der Goldene Ehrenbär an Tilda Swinton verliehen wurde, hat dieser Zeremonie leider den Großteil Ihres Glanzes genommen. Bisher hatte man der Verleihung einen eigenen Abend mit Publikum und anschließendem Film gewidmet. Die Rede von Tilda Swinton war dafür sehr beeindruckend und hoch-politisch. Ein Plädoyer für die Menschlichkeit, gerade in schwierigen Zeiten und wie das Kino uns dabei unterstützen kann.
Im Anschluss ging es dann auch sofort los mit dem Eröffnungsfilm 2025: Das Licht von Tom Tykwer.
Nach dem Film gab es draußen noch eine kleine Überraschung. Der Platz hatte sich im Laufe des Abends in ein zauberhaftes Winterwunderland verwandelt.

Das Licht
In Berlin lebt die wahrscheinlich dysfunktionalste Familie von Deutschland. Der Vater (Lars Eidinger) ist ein desillusionierter Idealist im Marketing, die Mutter (Nicolette Krebitz) pflegt in Kenia ihren „White-Saviour-Self-Empowerment-Komplex“, während die Teenies sich hart am Rande der Verwahrlosung durch ihren Alltag kämpfen. Die neue, hochgradig überqualifizierte syrische Haushaltshilfe rüttelt am pathologischen Familienkörper.
Als sehnsüchtig erwarteter, neuer Tykwer-Film hat Das Licht meine Erwartungen nicht ganz erfüllt, aber die waren auch sehr hoch. Am Anfang war ich begeistert, aber irgendwann gab es einen Stilbruch, der mich total aus dem Konzept gebracht hat. Auch haben meiner Meinung nach nicht alle Beteiligten konstant gut gespielt. Dennoch hat der Film wirklich großartige, teils tiefgründige Momente. Er will aber zu viel unterbringen und nimmt sich mit einigen übertrieben komödiantischen Szenen selbst die Klasse. Trotzdem ist er sehenswert und ein absolut würdiger Eröffnungsfilm!
| Regie | Tom Tykwer |
| Besetzung | Nicolette Krebitz, Lars Eidinger, Tala Al-Deen, Elke Biesendorfer, Julius Gause, Elyas Eldridge, Toby Onwumere, Mudar Ramadan |
| Produktionsland | Deutschland |
| Produktionsjahr | 2025 |
| Genre | Drama, Komödie |
| Schauspiel | ⭐⭐⭐⭐ |
| Inszenierung | ⭐⭐⭐⭐ |
| Anspruch | ⭐⭐ |
| Sogwirkung | ⭐⭐⭐ |


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