Das Festivalplakat der 75. Berlinale

Berlinale-Tagebuch 2025

Berlinale Tag 10

Sonntag, 23. Februar

Plötzlich bin ich gar nicht mehr müde und möchte nicht, dass es schon vorbei ist! Dementsprechend haben wir den Tag heute auch noch einmal vollgepackt. Fünf Filme an drei verschiedenen Orten. Wir starten im Cubix mit einem gefühlvollen Drama über geflüchtete Frauen in England. Den Großteil des Tages verbringen wir in der Uber Eats Hall im ländlichen China, im Paris der 60er Jahre und im rezessionsgebeutelten Bukarest. Den Abschluss bildet das Krankenhausdrama Heldin im Colosseum, in dem wir im vergangenen Jahr schon Sterben als allerletzten Film gesehen haben. Auf geht’s zum Endspurt!

Danke, Berlinale 2025! <3

Hier muss ich leider völlig passen. Der Film spielt im ländliche China in den 90er Jahren. Leider habe ich mehr als die Hälfte verschlafen, aber auch in wachem Zustand hätte ich vermutlich die ganzen Menschen und Namen nicht auseinanderhalten können. Es wird hart gearbeitet, geheiratet, geschimpft, gekämpft, geboren und beerdigt, aber von der eigentlichen Story habe ich nichts mitbekommen. 

Paris, 1968. Weil seine Eltern an den Studentenprotesten teilnehmen, verbringt ein kleiner Junge ein paar Tage in der (beneidenswerten) Altbau-Wohnung seiner Großeltern. Dort leben auch seine beiden Onkel und seine Ur-Oma aus Odessa. Nach und nach entfaltet sich aus dieser wilden WG eine familiäre Erinnerungsgeschichte über Identität, Verfolgung und Entwurzelung.

Chaotisch, laut, sympathisch, mit einigen surrealen Elementen und großartiger Sixties-Ausstattung.

Gerichtsvollzieherin Orsolya muss einen wohnungslosen Mann aus seinem Behelfslager in einem Heizungskeller vertreiben, woraufhin dieser sich das Leben nimmt. Geschockt und mit schlechten Gewissen, trifft sie sich mit Freunden, Familie und Bekannten und erzählt immer wieder die Geschichte, um Rechtfertigung oder Trost zu finden.

Bissige und großartig-absurde Tragikomödie, die mit einem Rundumschlag Rassismus, Populismus, Doppelmoral, soziale Ungleichheit & Heuschrecken-Kapitalismus entlarvt.

(Mit) das Beste kommt zum Schluss. Leonie Benesch spielt sich zum Niederknien als Krankenschwester Floria durch eine Spätschicht in einem Schweizer Krankenhaus. Der Stresspegel steigt minütlich im Film wie bei den Zuschauern mit jedem konzentrierten Handgriff und jedem erneuten Ausfechten von Effizienz vs. Menschlichkeit. Patienten-Bedürfnisse, persönliche Grenzen und ein System kurz vom Zusammenbruch.

Berlinale Ende.

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