Berlinale Tag 6
Mittwoch, 19. Februar





Der Schnee ist weg, die Sonne scheint, das Tagesprogramm ist nicht mehr ganz so fordernd – Zeit, bei Kaffee und Kuchen und Stadterkundung ein bisschen durchzuatmen. Und für ein Abendessen mit unserer Gastgeberin, die zugegebenermaßen nicht allzu viel von und mitbekommt.

The Message (El Mensaje)
Anika tingelt mit Ihren Pflegeltern in einem kleinen Camper durch die argentinische Provinz und verdient dabei den Lebensunterhalt des ungewöhnlichen Trios. Als eine Art übersinnliche Tierärztin übermittelt sie den besorgten Besitzer*innen, was ihren Liebling gerade plagt. So können wir teilhaben an einem äußerst ungewöhnlichen Alltagsleben zwischen Fürsorge, Ausnutzung, Begabung und Scharlatanerie.
Die eher wortkarge Umsetzung in schwarz-weiß, die die absurden, liebevollen und traurigen Momente im Nomadenleben einfängt, hat mir sehr gefallen. Die kleine Anika Bootz hat sehr charismatisch gespielt und insgesamt hat mich das alles ziemlich berührt
| Regie | Iván Fund |
| Besetzung | Mara Bestelli, Marcelo Subiotto, Anika Bootz, Betania Cappato |
| Produktionsland | Argentinien / Spanien / Uruguay |
| Produktionsjahr | 2025 |
| Genre | Drama, Roadmovie |
| Schauspiel | ⭐⭐⭐⭐ |
| Inszenierung | ⭐⭐⭐⭐ |
| Anspruch | ⭐⭐⭐ |
| Sogwirkung | ⭐⭐⭐ |

Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes
In diesem Kammerspiel soll auf Wunsch der Königin Charlotte ein Porträt des Philosophen Leibniz gemalt werden. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, für die der perfekte Maler gefunden werden muss, zumal Leibniz auch kein einfaches Modell ist.
Das war schon wirklich ansprechend inszeniert, aber zum einen war ich leider zu müde, um die vielen philosophischen Zitate aufzunehmen und zum anderen glitt es für mich zu sehr ins Komische, als sich Lars Eidinger mit Strumpfhosen und Lockenperücke an die Staffelei gestellt hat. Ich werde das noch einmal schauen. Es war eine tolle Chance, Edgar Reitz noch mal zu sehen.
| Regie | Edgar Reitz |
| Besetzung | Edgar Selge, Aenne Schwarz, Lars Eidinger, Michael Kranz, Antonia Bill, Barbara Sukowa |
| Produktionsland | Deutschland |
| Produktionsjahr | 2025 |
| Genre | Kammerspiel, Historiendrama |
| Schauspiel | ⭐⭐⭐⭐ |
| Inszenierung | ⭐⭐⭐ |
| Anspruch | ⭐⭐⭐⭐ |
| Sogwirkung | ⭐⭐ |

Khartoum

Khartoum ist eine faszinierende Doku über das Leben in Sudans Hauptstadt aus der Sicht von fünf verschiedenen Personen. So können wir z.B. eine Teeverkäuferin, zwei Straßenjungen und einen Taubenzüchter in ihrem Alltagsleben beobachten. Mitten in den Dreharbeiten ist dann der Krieg ausgebrochen und das Filmteam musste eine kreative Lösung finden, den Film trotzdem fertigzustellen.
Beide Teile der Dokumentation sind sehr gelungen. Alltag, Kriegstrauma, Hoffnung, Entwurzelung und Menschlichkeit zeichnen ein berührendes Gesamtbild der Lebensumstände in diesem zerrissenen Land. Hier war das anschließende Q&A besonderes interessant.
| Regie | Anas Saeed, Rawia Alhag, Ibrahim Snoopy, Timeea M Ahmed, Phil Cox |
| Besetzung | Khadmallah, Majdi, Jawad, Lokain, Wilson |
| Produktionsland | Sudan / UK / Deutschland / Katar |
| Produktionsjahr | 2025 |
| Genre | Dokumentation / Fiktion |
| Schauspiel | ⭐⭐⭐⭐ |
| Inszenierung | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Anspruch | ⭐⭐⭐⭐ |
| Sogwirkung | ⭐⭐⭐⭐ |


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