Berlinale Tag 7
Donnerstag, 20. Februar
Den heutigen Tag verbringen wir durchgehend charme-los in der Uber Eats Hall. Mich stört das wie bereits erwähnt nicht, denn ich tausche gerne zwischendurch mal gute Luft und eine riesige Leinwand gegen cineastischen Flair. Außerdem liegt die Halle sehr günstig in der Nähe der East Side Mall, in der man sich prima mit Proviant versorgen kann. Das ist auch gut so, denn der Tag ist streng durchgetaktet. Am Abend schwächle ich wieder und verschlafe immer mal ein paar Minuten. Zumindest glaube ich das. Es kann aber auch sein, dass der Film einfach wirklich so verworren geschnitten war. Passen würde es.

Yunan
Munir ist aus Syrien geflohen und nun in Berlin sehr unglücklich. Er vermisst seine Familie und fühlt sich fremd, einsam und nutzlos. Mit dem Entschluss, sein Leben zu beenden, reist auf eine einsame Hallig. Doch die unerwartet zarte Begegnung mit seiner resoluten Gastwirtin Valeska berührt ihn unerwartet.
Nicht immer einfache, syrisch-nordfriesische Völkerverständigung mit großartig-absurden Szenen und wunderschönen Naturaufnahmen. Ab und zu fand ich ihn etwas langatmig und die ganze Geschichte war mit einer für mich nicht ganz nachvollziehbaren arabischen Sage (?) verwoben.
| Regie | Ameer Fakher Eldin |
| Besetzung | Georges Khabbaz, Hanna Schygulla, Ali Suliman, Sibel Kekilli, Tom Wlaschiha, Nidal Al Achkar |
| Produktionsland | Deutschland / Kanada / Italien / Palästina / Katar / Jordanien / Saudi-Arabien |
| Produktionsjahr | 2025 |
| Genre | Drama |
| Schauspiel | ⭐⭐⭐⭐ |
| Inszenierung | ⭐⭐⭐⭐ |
| Anspruch | ⭐⭐⭐ |
| Sogwirkung | ⭐⭐⭐ |

Honey Bunch
Nach einem Unfall wird Diana von Ihrem Mann in eine Trauma-Klinik mitten im Wald gebracht, die für ihre innovativen Therapiemethoden bekannt ist. Je länger sie dort ist, desto weniger kann sie sich den Grund ihres Aufenthalts und die verstörenden aufkeimenden Erinnerungen erklären. Auch wirkt die Klinik auf sie immer undurchsichtiger.
Schon wieder habe ich nicht auf das Genre geschaut, schon wieder bin ich in einem Horror-Film gelandet. Dieser ist aber immerhin extrem stylish im 70er-Jahre-Stil gedreht, nimmt sich selbst nicht ganz so ernst und hat eine echt schöne Botschaft.
| Regie | Madeleine Sims-Fewer & Dusty Mancinelli |
| Besetzung | Grace Glowicki, Ben Petrie, Kate Dickie, Jason Isaacs, India Brown |
| Produktionsland | Kanada |
| Produktionsjahr | 2025 |
| Genre | Drama, Horror, Psychothriller |
| Schauspiel | ⭐⭐⭐⭐ |
| Inszenierung | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Anspruch | ⭐ |
| Sogwirkung | ⭐⭐⭐ |

Oslo-Stories: Träume (Drømmer)
Die 17-jährige Johanne verliebt sich in ihre Lehrerin und versucht, eine engere Beziehung zu ihr aufzubauen, was ihr in gewissem Maße auch gelingt. Über diese gefühlsintensive Zeit führt sie ein Tagebuch. Als sie dieses später ihrer Oma zeigt, die wiederum die Mutter informiert, wird die Situation etwas knifflig.
Toll geschriebenes und sensibel gespieltes Drama über komplizierte Gefühle und moralische Fragen. Drei großartige Frauen tarieren die generationsspezifischen Sichtweisen auf das Leben und die Gesellschaft aus. Mit Liebe zur Literatur und zu kuscheligen Strickjacken. Gewinner „Bester Film“, was völlig in Ordnung geht.
| Regie | Dag Johan Haugerud |
| Besetzung | Ella Øverbye, Selome Emnetu, Ane Dahl Torp, Anne Marit Jacobsen |
| Produktionsland | Norwegen |
| Produktionsjahr | 2024 |
| Genre | Drama |
| Schauspiel | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Inszenierung | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Anspruch | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Sogwirkung | ⭐⭐⭐⭐⭐ |

Reflection in a Dead Diamond (Reflet dans un Diamant mort)
WTF did I just see?! Ein in die Jahre gekommener Ex-Spion lebt luxuriös in einem Hotel an der Côte d’Azur. Mit Drink in der Hand in seinem Liegestuhl beobachtet er seine attraktive Zimmernachbarin und schwelgt dabei in Erinnerungen an seine wilde Zeit. Dies gestaltet sich filmisch als abgefahren kreative Collage aus verschiedensten Szenen, real und im Comic-Stil, dabei schnell und laut, brutal und sexy und für das Zuschauergehirn kaum zu verfolgen.
Die Idee ist kreativ und witzig und es war auch interessant bis amüsant anzuschauen. Allerdings hat sich das Konzept in meinen Augen schnell totgelaufen und war dann einfach nur noch anstrengend.
| Regie | Hélène Cattet, Bruno Forzani |
| Besetzung | Fabio Testi, Yannick Renier, Koen De Bouw, Maria de Medeiros, Thi Mai Nguyen, Céline Camara, Kezia Quental, Sylvia Camarda |
| Produktionsland | Belgien / Luxemburg / Italien / Frankreich |
| Produktionsjahr | 2025 |
| Genre | Action, Thriller, Comic |
| Schauspiel | ⭐⭐⭐⭐ |
| Inszenierung | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Anspruch | ⭐ |
| Sogwirkung | ⭐⭐⭐⭐ |


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