Berlinale-Tagebuch 2026

Berlinale Tag 3

Sonntag, 15. Februar

Türkischer Tag, japanischer Abend

Statt um 7:45 Uhr aufzustehen, haben wir tatsächlich die Karten zu Good Luck, have Fun, don’t die verfallen lassen, da sie auch leider bei Kleinanzeigen niemand kaufen wollte. Das waren dann zwei teure, aber sehr entspannte Kaffee- und Frühstücksstunden, in denen wir wieder problemlos unsere Tickets kaufen konnten.

Los ging es heute mit Gelbe Briefe, einem der vielversprechendsten Filme des Festivals. Er hat da auch überhaupt nicht enttäuscht und ist jetzt mein neuer Favorit.

Im Anschluss stand mal wieder Sport auf dem Programm 🙄 Da es zu spät angefangen hat, hatten wir genau 16 Minuten Zeit, um von der Urania zum Berlinale Palast zu kommen. Das hat natürlich nicht geklappt, weswegen wir in der Late Entry Queue gelandet sind und erst nach Anfang des Films still auf irgendwelche Plätze geschleust wurden, die leider auch nicht nebeneinander lagen. Kurtuluş war aber auch ohne die ersten Minuten verständlich und ein optisches und akustisches Erlebnis. In der Rede des Regisseurs fielen die Worte „Gaza“ und „Genozid“ und ich glaube, das wird wieder Ärger geben.

Im Anschluss haben wir uns am Reload-Wahnsinn versucht, um vielleicht doch noch Karten für die Premiere von Rose zu bekommen. Das hat heute nicht funktioniert, worüber ich ehrlich gesagt ganz froh war, denn eine Pause mit Chili-Noodles und Eis konnte ich gut gebrauchen.

Mit ganz viel Zeit (puh) ging es dann zum letzten Film Shibire. Der war sehr ruhig, aber auch sehr aufwühlend, denn es ging um ein vernachlässigtes Kind und seine Perspektive auf die trostlose, schwierige Welt. Ich glaube, ich habe in noch keinem japanischen Film vorher kaputte Menschen gesehen. Dafür war es hier dann richtig schlimm.

Einer meiner absoluten Favoriten, was die Jury offensichtlich ähnlich sieht 😉 Von der ersten Minute an habe ich angespannt den überzeugenden und vielschichtigen Charakteren zugeschaut und die spannende Story verfolgt. Auch der kreative Kniff, Berlin zu Ankara und Hamburg zu Istanbul zu machen, hat mir sehr gut gefallen. Und wer meint, dadurch würde die Geschichte unrealistisch, weil in Deutschland sowas nicht passiert, hat wahrscheinlich nicht, aber hoffentlich Recht.

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