Eröffnungsabend
Donnerstag, 12. Februar







Es hat wieder geklappt! Die Karten für die Übertragung der Eröffnungsgala und des Eröffnungsfilms „No good Men“ waren schnell eingetütet. Auch die Fahrt nach Berlin war absolut problemlos. Ich nehme das mal als gutes Omen für die ganze Berlinale 😉
Im Gegensatz zum Winterwunderland des vergangenen Jahres, mussten wir uns leider durch extrem usseliges Wetter kämpfen, aber der Abend hat uns großzügig entschädigt. Die Eröffnungsgala war genauso straff organisiert wie im letzten Jahr und hat mir sehr gut gefallen. Désirée Nosbusch hat charmant durch den Abend geführt, ehrfürchtig Wim Wenders geknuddelt und eine feine Prise Politik eingestreut. Überhaupt Politik: Weder Kai Wegner, noch Wolfram Weimer durften auch nur ein Wort von sich geben, wurden aber beide in der Uber Eats Music Hall leidenschaftlich ausgebuht. Sean Baker hat Michelle Yeoh so überzeugend glorifiziert, dass ich plötzlich zum Fan geworden bin und ihre Dankesrede für den goldenen Ehrenbären hat mir ein paar Tränen entlockt. Und als Tricia Tuttle dann die magischen Worte sprach, war ich dann endgültig völlig aus dem Häuschen. Die 76. internationalen Filmfestspiele von Berlin sind eröffnet und zehn Tage mit wenig Schlaf und viel U-Bahn-Treppen-Laufen, aber auch mit einem unfassbaren Schatz an Eindrücken stehen bevor und ich kann mir kaum etwas besseres vorstellen! <3

No good Men
Afghanistan, 2021. Naru ist Kamerafrau bei Kabul TV, darf aber nur eine „Frauensendung“ filmen, die jeder halbwegs mit Gleichberechtigung einverstandene Mensch nur für blanke Satire halten kann. Sie selbst, ihre Kolleginnen und auch die auf der Straße zum Valentinstag interviewten Frauen sind sich einig: Es gibt in ganz Afghanistan keinen guten Mann. Auch ihr Noch-Ehemann ist da absolut keine Ausnahme. Als Naru sich einen Aushilfs-Kamerajob mit dem News-Team erkämpft und mit Qodrat, dem Star-Journalisten zusammenarbeitet, scheint sich dieses Urteil zunächst zu bestätigen.
Eine afghanische RomCom? Wenn das mal nicht interessant wird! Und das war es auch wirklich. No good Men war ohnehin erst der zweite afghanische Film, den ich gesehen habe, und wieder ist er von einer Frau. Bemerkenswert. Shahrbanoo Sadat hat hier nicht nur das Drehbuch geschrieben und Regie geführt, sondern auch direkt die Hauptrolle gespielt. Und das ganz schön überzeugend. Auch Anwar Hashimi, ihr Gegenpart, hatte eine richtig tolle, unaufgeregte Präsenz. Und natürlich war das auch nicht einfach nur eine RomCom, denn in Afghanistan kann man sich nicht in Ruhe verlieben, schon gar nicht, wenn die Taliban kurz vor der Machtübernahme stehen. Ich möchte auch gar nicht zu viel verraten, aber der Film hat mich extrem berührt, geschockt und mit viel Wut im Bauch zurückgelassen. Richtig gut gemacht, vielseitig und mit extrem wichtiger Botschaft.
| Regie | Shahrbanoo Sadat |
| Besetzung | Shahrbanoo Sadat, Anwar Hashimi |
| Produktionsland | Deutschland / Frankreich / Norwegen / Dänemark / Afghanistan |
| Produktionsjahr | 2026 |
| Genre | Komödie, Drama |
| Schauspiel | ⭐️⭐️⭐️⭐️ |
| Inszenierung | ⭐️⭐️⭐️⭐️ |
| Anspruch | ⭐️⭐️⭐️⭐️ |
| Sogwirkung | ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ |













































