Kurios. Es gibt Welten auf dieser Welt, die würde man nie auch nur erahnen, wenn man nicht zufällig eine Dokumentation darüber schaut. Oder im Urlaub mitten hinein gerät.
In Norddeich fand während unserer Urlaubswoche ein Drachenfestival statt. „Och, das sieht bestimmt schön aus“, dachte ich und stellte mir ein paar schön bunte, aber unspektakuläre Flugkörper vor. Großer Irrtum! Schon von Weitem sah man beispielsweise ein Objekt so hoch über der Wiese schweben, das es wirkte, als hätten Außerirdische Posten bezogen, um uns zu beobachten.
Auf dem Gelände selbst konnte man dann eine schier endlose Zahl an kreativen Gebilden in sämtlichen Größen, Farben und Formen entdecken. Die Bandbreite erstreckte sich von Fischen und Schweinen über Regenbogenbänder und Spiralen hin zu Aliens und Spermien (!).
An einer Stelle war eine Art flatternde, überdimensionale Blumenwiese aufgebaut, inklusive Schmetterlingen und Marienkäfern. Als Schwiegermama und ich diese genauer begutachten wollten, kam ein sehr netter Mann auf uns zu, der uns in der folgenden halben Stunde in die faszinierende Welt der Drachenbauer (Drachenbauerinnen gibt es wohl eher selten) einführte. Die Wiese war eine Art Resteverwertung, denn der Bau der „echten“ Drachen ist um einiges anspruchsvoller. Neben einer Menge Phantasie benötigt man unzählige Quadratmeter Nylonstoff, viele viele Stunden Zeit, am besten ein eigenes Atelier auf dem Speicher und idealerweise auch noch ein Wohnmobil, denn das Drachnvolk ist reisefreudig und es gibt viele Gelegenheiten zu Austausch und Präsentation. Wie so einige Berufszweige hat wohl auch der Drachenbau ein Nachwuchsproblem. Traurig erzählte uns der Mann, dass seine Kinder sich schon lange nicht mehr für das Hobby interessierten,
Besonders ans Herz legte er uns die Nachtflugshow am folgenden Abend und hätte er das nicht getan, wäre uns wirklich einiges entgangen. Vier beleuchtete Drachen, die synchron zur Musik tanzen und dabei Formationen bilden, ein riesiges Alien mit gruseligen Soundeffekten und eine gigantische Kobra, die am Himmel beschworen wurde, sind da nur ein paar Beispiele.
Wow. Ganz ehrlich.


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