Die Hölle im deutschen Haus

Wenn ich wieder darüber nachdenke, kann ich es eigentlich immer noch kaum fassen. Da wir gestern in MG zum Familien-Osteressen eingeladen waren, haben wir die Gelegenheit ergriffen und vorher noch schnell eine Wohnung angeschaut. Sie ist auf einer meiner Lieblingsstraßen und hat preislich und größenmäßig gut gepasst. Was uns die Vermieterin allerdings an Show geliefert hat, war wirklich unfassbar. Indiskret wie nur was, altmodisch, eingebildet, rassistisch… Vor lauter Fassungslosigkeit habe ich es leider versäumt, ihr meine Meinung und meinen Ekel ins Gesicht zu brüllen. Es tröstet mich ein klein wenig, dass das ganz ganz sicher überhaupt nichts gebracht hätte. Aber verdient hätte sie es. Basses!

Ein paar Kostproben aus dem Gespräch:

An mich: Ist Ihr Lebensgefährte Deutscher? Als was arbeiten Sie genau? Wie lange sind sie dort schon? Wie sieht es mit ihrer Lautstärke aus? Sie reden ja schon ziemlich laut? Laute Rockmusik hören sie aber nicht, oder? Wie sieht es denn mit Nachwuchs aus, ist da schon was geplant? Auf meinen Hinweis, dass es ja heutzutage kein Problem ist, etwas später Kinder zu bekommen, meinte sie „Oh je, die armen Kinder, die haben ja dann keine Mutter, sondern nur eine Oma und werden dann in der Schule gehänselt!“

An den Mate: Was studieren Sie denn? Wie lange dauert das noch? Was werden Sie dann? Wie sehen da die Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus?

Allgemein: Wie lange wollen Sie denn hier wohnen bleiben, wir wollen ja niemanden, der nach drei Jahren wieder auszieht! Wenn Sie hier was renovieren wollen, müssen Sie das aber mit uns absprechen! Sie dürfen hier nicht die Gardinenstangen abmachen oder streichen! (Anmerkung: Wohnzimmer und Küche sind schwimmbadblau).

Aber der Hammer war folgendes:

Sie: „Ja, der Makler tut ja schon einiges. Er hat das ja alles ins Internet gestellt und kümmert sich um die Anfragen und (verschwörerisch) wissen Sie, er siebt vorher schon ein wenig aus. Wir wollen ja keine Arbeitslosen und keine Moslems hier haben.“ – Ich: „Sie haben also generell was gegen Moslems?“ – Sie: „Ja. Nein. Also wir haben einen Fliesenleger, der ist Moslem. Der ist wirklich nett und zuverlässig.“ – Ich: „????“ – Sie: „Wissen Sie, ich als Frau und Hausverwalterin, ein moslemischer Mann kann mir ja einen Tag alles erzählen und den Vertrag unterschreiben und am nächsten Tag sagt er ‚Sie haben mir ja nix zu sagen!‘ – Ich: „Das kann Ihnen aber ja mit deutschen Männern genauso passieren!“ – Sie: „Nein, nein. Das ist etwas ganz anderes, die sind da ganz anders. Moslems kommen mir hier nicht ins Haus!“

Wir waren dann sehr froh, aus diesem Muff wieder heraus zu sein und haben ihr immerhin ein nettes, grünes Souvenier auf ihrem Briefkasten hinterlassen, das sie sicher angewidert abgeschrubbt hat:

NO GO FÜR NAZIS!

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2 thoughts on “Die Hölle im deutschen Haus”

  1. Ja, es war unfassbar! Also das ganze Paket.
    Was kann man so einer Person denn wünschen…hmmm… Nein, ich schreibe es doch nicht. Es hätte etwas mit einem Prinzen in brauner Rüstung zu tun…

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