„Die Statik der Träume“ im BIS-Kino

Es sind die Zeugen einer Rückkehr, die nie stattgefunden hat: Rohbauten, halbfertige und vollendete Häuser im Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens. Gebäude, die vor Jahrzehnten von „Gastarbeiterfamilien“ gebaut wurden und heute nach und nach in die Hände der Kinder übergehen. Und zwar als Komplettpaket inklusive Kindheitserinnerungen, elterlichen Träumen und allen finanziellen und organisatorischen Verpflichtungen.

In ruhigen, beobachtenden Bildern und offenen Interviews erzählt Filippa Bauer fünf Geschichten dieser zweiten Generation, die zwischen den Kulturen aufgewachsen ist und sich nun einer vielschichtigen Entscheidung stellen muss. Zwischen Deutschland und einer erinnerten Zweitheimat, die es durch den Krieg längst nicht mehr gibt. Zwischen eigenen Prioritäten und der Aufrechterhaltung der Elternträume.

Was auf den ersten Blick wie eine Dokumentation über ein Nischenthema wirkt, behandelt vor allem durch die feinsinnige und kluge Gesprächsführung die ganz großen Fragen des Lebens: Identität und Zugehörigkeit, Erwartungen und Loyalität, Träumen und Scheitern. Der Titel „Die Statik der Träume“ übermittelt dabei perfekt den Kontrast zwischen den fragilen und manchmal auch vagen Träumen und den unbeweglichen Betonmauern, in denen sie sich manifestieren sollten.

Filippa Bauer und Volker Wendel im BIS Kino
Regisseurin Filippa Bauer und Volker Wendel vom BIS-Kino

Filippa hat uns gestern Abend im BIS-Zentrum in Mönchengladbach besucht und im Anschluss in gemütlicher Runde mit den ZuschauerInnen Fragen beantwortet und Eindrücke ausgetauscht. Vielen Dank für den interessanten Abend!

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