„Nicht ohne ein Stück Sachertorte!“ Allein schon, weil sie scheinbar zu 95% aus Schokolade besteht, muss ich sie unbedingt probieren. Außerdem mag ich es, mal in gewissen Klischees sozusagen Probe zu sitzen. Vor allem auf Reisen. Und was bietet sich in Wien da mehr an, als der Fensterplatz auf dem verschlissenen Polsterstuhl im fast 150 Jahre alten Café Sperl? Wenn ich jetzt noch ein Moleskine dabei hätte…
Der Kellner hat eine Hagen-Rether-Frisur, was ihn mir direkt sympathisch macht. Er kommt zu unserem Tisch und wienert los. Nicht nur die Tischplatte, sondern auch den Hinweis, dass die Flecken auf derselben vermutlich aus den 70ern stammen und uns nicht weiter stören sollen. Ich habe meine Kaffeevokabeln noch nicht gelernt und bestelle leicht beschämt einen Cappuccino. Es ist wahrscheinlich eine Wiener Melange, die ich will, aber sicher ist sicher. Die 150 Jahre währende Tradition hält das Café übrigens nicht davon ab, Hafermilch anzubieten. So einfach geht das.
Im Kaffeehausklischee sitzt es sich übrigens ganz gut. Sachertorte ist allerdings nicht so mein Fall.
Foto: Kerstin Dreßen


Schreibe einen Kommentar