Kleiner Fehler, großes Misstrauen

Seit einiger Zeit lese ich den Spiegel, mittlerweile schaffe ich es sogar bis über die Hälfte, bis der neue kommt 😉 Und auch wenn man überall hört, wie sehr er abgebaut hat, dachte ich doch, es sei eine gute Möglichkeit, mich einigermaßen objektiv über das aktuelle Geschehen zu informieren. Aber nein, ich wurde enttäuscht. Die Ausgabe der letzten Woche enthält unter anderem einen leicht hämischen Artikel über den Streit der Grünen, ob es einen Ampel-Wahlkampf geben soll oder nicht. Soweit in Ordnung – jeder darf das finden und kommentieren, wie er möchte. Wenn man aber die Tatsachen ein wenig verdreht, um seine Meinung zu unterstreichen, ist das nicht mehr in Ordnung.

Da ich ja zufällig selbst auf der LDK in Hagen gesessen habe, kann ich wohl sehr genau beurteilen, was da abgelaufen ist. Der Spiegel schreibt: „Ständig wurde ihre [Renate Künasts] Rede von Zwischenrufen unterbrochen, der Parteilinke Robert Zion rief: ‚Wir gehen mit euch durch dick und dünn, aber nicht durch dick und doof!‘ “ Ich schätze, es waren drei oder vier Zwischenrufe und das bei einer Redezeit von ca. 15 Minuten – unter ständig verstehe ich etwas anderes. Und Robert Zion hat das gerufen, allerdings nicht dazwischen, sondern nachher bei seiner Rede vorne auf der Bühne. Es ist nur eine Kleinigkeit, das ist mir klar, aber ich finde es sehr unseriös, die Fakten zu schminken, damit der Grundtenor des Artikels besser rüberkommt. Und jetzt kann ich doch nicht mehr glauben, dass die ganzen anderen Dinge auch wirklich so passiert sind…

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