Wir ersticken im Plastikmüll! Was kann ich tun?

Strand mit PlastikmüllWir haben ein Problem: Plastikmüll!

Das Problem dürfte mittlerweile halbwegs aufmerksamen Menschen bekannt sein. Die Welt und vor allem die Ozeane ersticken im Plastikmüll. Bei den Tieren ist dies keine Metapher, sondern wortwörtliche, tödliche Realität. Wie es in und um Städte herum aussieht, vor allem in den „ärmeren“ Ländern, hat sicher auch schon jeder einmal irgendwo live oder im Fernsehen gesehen. Dabei haben „wir hier“ natürlich nicht weniger Müll, wir verstecken ihn nur besser. An manchen Stellen im Pazifik schwimmt 6x soviel Plastik wie Plankton im Meer – und zwar in winzigen Teilchen, die niemand mehr irgendwie einsammeln oder herausfiltern könnte. Es ist also eigentlich schon zu spät und alles, was man noch tun kann, ist Schadensbegrenzung.

Durch das Experiment einer Freundin hat das Thema gerade wieder meine volle Aufmerksamkeit bekommen. Sie möchte versuchen, 49 Tage ohne Plastik zu leben und so weniger Plastikmüll verursachen – und ich bin sehr gespannt und möchte mitmachen. Zumindest ein bisschen. Wenigstens möchte ich bei jedem Fitzelchen Plastik, das ich erwerbe – egal ob als Produkt selbst oder als Verpackung – gründlich überlegen, ob ich es wirklich brauche. Eigentlich sollte man das generell bei jedem Produkt tun, aber das ist ein anderes Thema. Abgesehen vom den Müllbergen, ist das Ganze auch nicht gerade gesund für uns: Krebs, Allergien, Impotenz… Viel Spaß mit den ganzen Inhaltsstoffen, Weichmachern und was es da sonst so gibt!

Wie viel Plastik umgibt uns denn so im Alltag eigentlich und ist es annähernd zu schaffen?

Hier ist erst einmal zum Aufwärmen die Analyse des bisherigen Tages:

7:00, der Wecker klingelt. Der Wecker ist ein iPhone mit Plastikteilen und einem Plastik-Bumper. Ich greife an den Plastikschalter der Nachttischlampe und mache das Licht an. Weiter geht’s in Bad, in der mir das Shampoo, das Duschgel, die Bodylotion, die Creme, die Zahnpasta, die Zahnbürste, Make-Up, Puder, Rouge und Wimperntusche begegnen. Auch das Miniregal in der Dusche und der Becher, in dem die Schminke steht, sind aus Plastik. Dann hat das Katzenfutter einen wiederverschließbaren Deckel aus Plastik, ebenso der Brotaufstrich. Auch das Katzenklo und die Schaufel sind natürlich aus Plastik. Der Traubensaft im Tetrapak hat einen Plastikdeckel, die Schnallen an meiner Tasche sind aus Plastik, das SmartCover des iPads, meine Brille, der Griff meines Autoschlüssels… Und im Auto ist so ziemlich alles aus Plastik!

Bei der Arbeit geht es dann weiter: Wasserkocher, Computer, Monitor, Maus, Tastatur, Telefon, Kugelschreiber, Lampe…

Am schlimmsten ist es glaub‘ ich im Supermarkt – und da ist fast alles Plastikmüll, der sofort zu Hause entsorgt wird. Vor allem das Bio-Obst und Gemüse sind in unglaublich viel Plastik eingepackt, was für ein Schwachsinn! Dieses Problem umgehe ich ja mittlerweile fast vollständig durch die Gemüsekiste, die der Lammertzhof mir wöchtentlich liefert. Übrigens ist die Kiste aus Plastik und innen mit einer großen Plastiktüte ausgeschlagen. Argh!

Wie um Himmels Willen soll man das bloß hinbekommen?

Ein paar Dinge tun wir sogar schon. Zum Beispiel trinken wir Leitungswasser (das wir haben testen lassen) statt Wasser aus Plastik-Flaschen. Einweg-Plastikflaschen werden nur im alleräußersten Notfall gekauft. Und wenn ich Menschen sehe, die beim Discounter Sixpack um Sixpack von den Dingern in ihren Kofferraum laden, möchte ich sie gerne schütteln. Statt einzeln eingepacktes Gemüse und Obst, gibt es jetzt die Kiste vom Bauernhof. Wenn es sie denn gibt, kaufe ich Nachfüllpackungen für Kosmetika, damit wenigstens nur eine kleinere Verpackung auf dem Müll landet. Eingekauft wird mit Kisten, Stofftaschen oder recycelten Einkaufstaschen. Aber da muss noch deutlich mehr drin sein. Ich werde das wieder besser versuchen. Hier gibt es übrigens ein Buch mit jeder Menge weiteren Anregungen.

Hier kann man übrigens den sehr interessanten und erschreckenden Film Plastic Planet gucken.

 

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1 thought on “Wir ersticken im Plastikmüll! Was kann ich tun?”

  1. Angespornt durch diesen Eintrag bin ich eben in den Supermarkt gegangen. Es gab kein Wasser mehr in Glasflaschen – nur Bier, Wein und Schnaps. Hab zur Plastikflasche gegriffen. So ein Mist.

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