London, my Love

Hach nee… Wie war das schön. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, das Wochenende zu beschreiben. Wir haben so viele tolle und interessante Orte und Menschen gesehen, so lecker gegessen (ja, in England!) und so eine tolle Zeit gehabt!

Allein die ganze Zeit die Sprache zu hören war so wundervoll. Ob U-Bahn-Durchsagen oder aufgeschnappte Unterhaltungsfetzen – niemand auf der Welt spricht Silben so schön aus wie die Londoner 🙂 Ich hatte schon die Idee, einmal die Woche irgendjemanden anzurufen und ihn zu fragen, ob wir uns nicht ein bisschen unterhalten sollen.

Rumlaufen, shoppen, gucken, essen, fotografieren, in die U-Bahn, raus aus der U-Bahn, gucken, fotografieren, rumlaufen, essen, Pint trinken… So bekommt man schon schnell ein paar Tage rum. Körper und Geist sind noch völlig überfordert von den ganzen Eindrücken.

Und obwohl wir doch in England waren schien an dreieinhalb von vier Tagen die Sonne!

Unsere London-Must-Dos:

Ein Shopping-Bummel durch Covent Garden, zwischendurch ein Eis von Scoop. Zum Niederknieen! Im Bench-Laden hab ich eine Jacke für 30£ gefunden. Bei Urban Outfitters hätte ich beim ganzen Schnickschnack hunderte ausgeben können (Bücher, Bilder, Wohnungszeugs, Musik…). Da hab ich mir aber nur ein paar Kopfhörer ausgesucht, die ich jetzt hier gekauft habe. Beim Rokit Vintage Store hätte ich beinahe die Vans meines Lebens gefunden, gebraucht, top in Ordnung, nur 10£, aber auch nur in Größe 37 *schmoll*

Mal über den Markt in Brixton laufen. Dort gibt es die exotischsten Früchte, Gemüsesorten, Gewürze, Fleisch und Fisch, Klamotten usw… Oder eine frisch geköpfte Kokosnuss, die man dann ausschlürfen kann, während man der enthusiastischen Gospel-Truppe lauscht, wie sie den Lord praist. Da sollte sich mancher Prediger mal was abschauen. Das Lied vom Mighty God hab ich immer noch im Kopf. An der nächsten Ecke schallt es aus dem Ragga-Laden und es duftet nach Genuine Caribbean Food. Und immer wieder Leute gucken. Leute aus allen Ecken der ganzen weiten Welt. Mit allen Gesichtern und Hautfarben und den buntesten und interessantesten Klamotten.

Sonntags nach Spital Fields fahren, über die Brick Lane spazieren, den Sunday Up Market und die Spital Field Markets besuchen. Dort gibt es Essen auf die Hand aus aller Welt, da kann man sich gar nicht entscheiden bzw. beißt sich in den A****, wenn man gerade schon gegessen hat. Ebenso tummeln sich dort jede Menge Nachwunschdesigner und VintageClothes-Verkäufer und man sollte ein bisschen Geld dabei haben, denn am Geldautomaten dauert es schonmal 20 Minuten, bis man dran ist. Rundherum sind auch Pubs und Coffeebars und wenn man Glück hat, sitzt man dort mit seinem Kaffee in der Sonne und eine Straßenband setzt sich gegenüber auf den Boden und fängt an, Beatles-Songs zu spielen.

In Notting Hill gibt es auch jede Menge kleine Läden und Marktstände, z.B. auf der Portobello Road, die einen in das alte Punk London zurück versetzen. Die Häuser sind niedlich in Pastellfarben gestrichen und man fühlt sich eher wie in einem kleinen Städtchen an der See.

Abends in ein uriges Pub gehen. Am besten mit Live-Musik. Und lieber direkt ein Pint bestellen. Das kleine Bier hat doch für Irritationen gesorgt und der Wirt musste erstmal zwei kleine Gläser suchen, um unsere Bestellung zu erfüllen. Drinnen und draußen gibt es viele Mike-Skinner-ähnliche Engländer mit ihren in enge rosa Kleidchen gehüllten Freundinnen und man bekommt eine Menge britisches Samstag-Abend-Flair mit. Und wenn man Glück hat, hat noch jemand Geburtstag und es hängen Girlanden und es wird Happy Birthday gesungen und man kann ein bisschen so tun, als wär man selbst damit gemeint.

Sehr lecker und nicht teuer ( immer so 20-25£ für beide mit Getränken) gegessen haben wir im Hai Phong Cafe in Hackney (vietnamesisch mit schlafwandelnden Kellnern), im Cafe 338 in Bethnal Green (English Breakfast), bei Nando’s (gibt’s an allen Ecken), bei Zengi in Whitechapel und in der Taqueria in Notting Hill. Die letztere wurde groß im Lonely Planet angepriesen, war aber gar nicht sooo toll. Zwar lecker, aber ein bisschen wenig und wahrscheinlich waren unsere Erwartungen zu groß.

Den Tower, die Tower Bridge, den Buckingham Palace, Madame Tussaud’s und den ganzen Kram haben wir uns gespart, denn das hat man ja schon 1.000 Mal im Fernsehen und auf Fotos gesehen und was man dort vor allem tut, ist sich zentimeterweise durch Touristenmengen zu schieben. Nicht so schön.

Ob man einen Spaziergang ins tiefe East End machen sollte, bleibt einem selbst überlassen. Uns hatte man davor gewarnt, aber ich finde es spannend und bilde mir ein, immer rechtzeitig zu merken, ob es wirklich gefährlich wird. Da aber im Victoria Park ein Festival war, das man uns im Hotel sogar ans Herz gelegt hat, konnte es ja soo schlimm nicht sein. Die Mütter mit Ihren Bierdosen am Spielplatz, die von den Kindern geklaut und ausgeschüttet wurden, gaben zwar ein bedrückendes Bild ab, aber schienen nicht bedrohlich. Der Mann mit dem Kampfhund hat uns dann aber schon dazu gebracht, unseren Spaziergang abzubrechen und wieder Richtung Festival zu laufen schlendern 😉

Und hier das Ganze nochmal zum Angucken: