Was kann man denn nun noch essen?

Es ist völlig kompliziert und unbefriedigend! Bio-Produkte enthalten bedenkliche Zusatzstoffe, die Fische machen abwechselnd den Regnwald kaputt, sind mit Schwermetall und anderen tollen Dingen belastet oder existieren kaum noch, die Milch macht die Bauern arm und die Werbung lügt sowieso. Je mehr ich recherchiere und lese und nachfrage und diskutiere, desto schwieriger scheint die Auswahl zu werden. Wobei das irgendwie immer an derselben Sache zu scheitern scheint. Irgendwer will (mehr, mehr, noch mehr) Profit machen und schei… äh pfeift wahlweise auf Umwelt, Tiere oder Menschen. Hrmpf. Ich hab aber Hunger. Und zwar jeden Tag mehrmals. Ich will nix ungesundes, nix überteuertes und nix, worunter jemand anders leidet. Buuh!

tazächlich, ne richtige Zeitung!

Der Spiegel hat mich enttäuscht, da muss ich jetzt einfach mal in anderen Gefilden stöbern. In meinen ignoranten Zeiten habe ich die taz mit ganz dubiosen Menschen in Verbindung gebracht und für eine ja fast terroristisch linke Propaganda-Zeitschrift gehalten – wohl gemerkt, ohne jemals einen Blick hineingeworfen zu haben. Nun ja, mittlerweile bin ich da etwas offener und so bin ich gestern zum Kiosk gegangen und habe furchtlos nach der aktuellen Ausgabe gegriffen.

Die Kioskfrau fragt: „Diese Zeitung soll es sein?“ – (Schaut sie irgenwie komisch?) Ich: „Eh.. ja… bitte.“

Oh oh, ich habe eine Militärjacke an und kaufe eine taz. Ein bisschen verunsichert schaue ich mich nach dem Verfassungsschutz oder wenigstens der Drogenfahndung um, es ist aber niemand zu sehen und ich kann ungestört nach Hause gehen und lesen.

Und siehe da, es ist eine echte Zeitung. Mit verschiedenen Themen und kleinen und großen Artikeln, die im Querschnitt ziemlich interessant sind. Sogar ein CDU-Mensch wurde interviewt ohne beschimpft zu werden. Kultur und Fernsehprogramm gibt es auch. Und die 20 Seiten sind ein humanes Pensum für einen Abend. Ich denke, ich werde es wieder tun! 😉

Multikulti-Utopia in Zürich

Nochmal Eindrücke aus Zürich… Nach einem Besuch im Indianer-Museum schlenderten wir bei Sonnenschein und Sommer-Temperaturen durch einen Park in Altstetten, genauer gesagt über die Bachwiesen.

Dort gab es nicht nur Wiesen und einen Bach, sondern auch Vogelvolieren, Hühner, Esel, Ponys und Kaninchen, die die Kinder angucken konnten. Außerdem waren dort viele kleine verteilte Abenteuer-Spielplätze, Fußball- und Volleyball-Felder und ein großes Zelt.

Und vor allem waren dort Familien. So unglaublich viele Familien mit Kindern, die am Bach, im Sand, am Tiergehege oder auf den Sport-Wiesen gespielt haben, dass meine Frauentausch- und Herr-Zwegat-geschädigten Augen ungläubig aber glücklich umherschauten.

Und das Beste überhaupt war, dass augenscheinlich muslimische Familien mit augenscheinlich jüdischen Familien und augenscheinlich nicht so sehr religiös einzuordnende Familien picknickten und grillten und spielten und sich unterhielten, als würde es nie irgendwo Konflikte dieser Art gegeben. Ein Traum…