Das Geburtstagsgeschenk für eine Freundin führte uns gestern ins FFT in Düsseldorf, um dort – ja, was eigentlich? Wird das eine Lesung, ein Konzert, eine Podiumsdiskussion? Selten hatte ich eine so vage Vorstellung davon, was mich erwartet.
Murat Güngör, Ex-Rapper und Mitbegründer des antirassistischen Netzwerkes „Kanak Attak“, und Hannes Loh ehemaliger Rapper bei der Gruppe „Anarchist Academy“ haben ein Buch geschrieben: Remix Almanya – eine postmigrantische HipHop Geschichte. Und dieses Buch präsentierten sie auf der Bühne mit einer Art multimedialem Vortrag und schlugen dabei einen Bogen von den Anfängen des Hip Hop in den USA über die Kultur der „Gastarbeiter“ in Deutschland bis zu Ebow und SXTN, die Haftbefehl und Konsorten ihr Empowerment entgegensetzen.
Apropos Haftbefehl… es gibt ja gerade diese Doku, die auch Murat und Hannes hier angesprochen haben. Im Zuge dessen haben wir so ausgiebig diskutiert, ob das denn nun Kunst ist oder weg kann (sollte?), dass ich darüber mal eine eigene Abhandlung schreiben möchte.
Der Abend war jedenfalls eine extrem gelungene Mixtur aus soziologischen Analysen, Fotos, Videos und Musik auf der Leinwand, aber auch Interviews (mit Tice) und Performances auf der Bühne.
Vieles hab ich überhaupt nicht gewusst, zum Beispiel, wie wahnsinnig erfolgreich türkische Indie-Musik-Labels damals in Deutschland waren. Manches hab ich schon immer gespürt, zum Beispiel, dass die Fanta 4 sich als privilegierte Kartoffeltruppe diese Kultur einfach mal angeeignet und an den guten deutschen Bürger gebracht haben 😉


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