Teneriffa im November – Sonne und Meer vor dem Winter

Ich hab ja immer ein bisschen Angst vor dem dunklen, kalten Winter in Deutschland. Deswegen fanden wir es eine gute Idee, noch eine Woche Sonne und Vitamin D zu tanken, bevor er hier richtig losgeht.

Die Wahl fiel schnell auf die kanarischen Inseln. Der Flug ist nicht allzu lang und teuer, es gibt Meer und Natur, das Wetter ist relativ zuverlässig, man bleibt in der EU (mobile Daten!) und wir können uns auf Spanisch problemlos verständigen. Nach ein bisschen Recherche haben wir uns für Teneriffa entschieden, weil dies die größte der Inseln ist und daher am meisten Abwechslung bietet.

Playa de San Juan

Playa de San Juan
Playa de San Juan

Als Wohnort haben wir uns Playa de San Juan ausgesucht. Ein kleiner Ort, der alles Wichtige zu bieten hat und südlich vom Berg Teide liegt. Dies ist wichtig, weil dort die Wolken „hängen bleiben“. So hat man auch im November fast die Garantie auf sonnige Tage. Die Wolken hängen zwar bedrohlich am nördlichen Himmel, kommen aber in der Regel nicht näher.

Wir haben ein Apartment über booking.com gemietet, das ein paar Minuten zu Fuß vom Strand entfernt lag und uns sehr gut gefallen hat. Es war hell, sauber und modern eingerichtet. Die Küche war gut ausgestattet und die Betten beqem. Was will man mehr? 🙂

Playa de San Juan
Frühstück 😉

Der Ort ist wie gesagt ziemlich klein, es gibt keine Bettenburgen und kein Halli-Galli. Das finde ich immer ziemlich wichtig. Ein kleines Café mit alten rauchenden Männern, in dem man morgens in der Sonne seinen Café con Leche und sein Croissant oder Bocadillo genißen kann, ein kleiner Supermarkt, ein Bäcker und ein paar kleine Restaurants und Bars – mehr wollen wir gar nicht.

Auch der Strand ist dort ganz schön, wenn man sich einmal an die dunkle Farbe des Sands und die Steine gewöhnt hat. Man kann dort für einen geringen Preis einen Liegestuhl mit Service mieten, was eigentlich nicht so unser Ding ist, aber hin und wieder doch ganz praktisch. Der Kellner dort hatte übrigens die leicht unheimliche Gabe, immer genau zu erraten, was wir als nächstes bestellen möchten. Ein Smoothie und ein Kaffee am Vormittag, noch ein Kaffee nach dem Mittagessen, etwas später ein Bier und noch etwas später einen Mojito. Ist aber wahrscheinlich auch das Standardprogramm 😉

Die Insel erkunden

Für unsere Woche auf der Insel hatten wir uns über DoYouSpain einen Mietwagen gebucht, damit wir flexibel sind und uns viel angucken können. Mit DoYouSpain habe ich bisher immer gute Erfahrungen gemacht und die Preise sind sehr günstig. Der Verleiher war diesmal Cicar und wir hatten einen Opel Adam mit Bluetooth und Sitzheizung (jaaa, auch die kann auf Teneriffa sehr angenehm sein) für ca. 12,00 € pro Tag. Das Benzin auf Teneriffa ist übrigens sehr günstig. 1 Liter Super hat nur 1,00 € gekostet.

Santa Cruz de Tenerife

Unser erster Ausflug ging nach Norden in die Hauptstadt. Städte finde ich immer sehr interessant und daher müssen sie auf jeden Fall erkundet werden. Santa Cruz de Tenerife fanden wir sehr schön. Es gibt viele Parks, imposante Gebäude, kleine Läden und Cafés und einige Kunstwerke über die Stadt verteilt, so dass es viel zu entdecken gibt. Wir sind auch zufällig in ein Mini-Festival mit Live-Musik hineingestolpert, was eine tolle Überraschung war.

Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass das typische Einheitsstadtbild Europas mit den immer gleichen Ketten (bisher?) nicht bis nach Teneriffa herübergeschwappt ist. Ein großer Corte Inglés und eine Mall mit H&M und Konsorten bedienen aber zur Not auch diese Wünsche. Im Osten gibt es den botanischen Garten, den Hafen und das Auditorium (dort kann man übrigens gut parken). Dies ist sicher auch einen Spaziergang wert. Am Hafen haben wir auch zum ersten Mal entdeckt, dass diese großen schwarzen Steine (sie haben sicher einen Namen), mit den Köpfen berühmter Persönlichkeiten bemalt sind. Da gibt es viel zu entdecken!

Puerto de la Cruz

Auch ein etwas größerer Ort im Norden, den man ja einfach mal „mitnehmen“ kann, wenn man ohnehin schon hochgefahren ist. Daher wollten wir uns Puerto de la Cruz auf dem Rückweg von Santa Cruz de Tenereiffe zurück nach Playa de San Juan anschauen. (War im Endeffekt übrigens Quatsch, da der „Rückweg“ über den westlichen Teil der Insel durch endlose Serpentienn im Gebirge führt und viel länger gedauert hat als der Weg im Osten über die Autobahn).

Puerto de la Cruz ist ein ziemlich touristischer, aber dennoch schöner Ort. Es gibt einen schönen, faszinierend schwarzen Strand und eine Promenade, an der sich Restaurant an Souvenier-Shop reiht und über die man schön ein wenig flanieren kann. Sie endet über einen kleinen Felsenbucht, in der man dann ein wenig die wilden Wellen beobachten kann. Ebenso gibt es eine teils sehr malerische Altstadt mit schönen Cafés und kleinen Läden, die zu einem enstpannten Abendbummel einladen. Die Atmosphäre ist sehr entspannt und hat uns gut gefallen. Daher sind wir nach ein paar Tagen noch ein zweites Mal hergekommen.

Teide National Park

Ein Muss auf Tenriffa ist sicher auch der Teide National Park. Ein riesiges Naturschutzgebiet in dessen Mitte der größte Berg auf spanischem Staatsgebiet trohnt. Man schlängelt sich so langsam höher und höher und die Landschaft verwandelt sich immer weiter von Wald Richtung Mond 😉 Teilweise gibt es wirklich atemberaubende Aussichten und es lohnt sich, immer wieder auszusteigen und die Gegen zu erkunden. Man kann auch mit der Seilbahn auf den Berg selbst fahren, aber das haben wir nicht gemacht. Es gab auch so genug zu schauen.

Nicht zu unterschätzen ist hier das Klima. Man fährt unten an der Küste bei wohligen 25 Grad los und landet dann irgendwann oben bei windigen 10 Grad. Ein dicker Pulli und ein leichter Schal sind unbedingt empfehlenswert. Ebenso wie enstprechender Sonnenschutz.

San Cristobal de la Laguna

Unser Highlight auf der Insel! La Laguna ist Teneriffa’s Universitätsstadt mit entsprechendem Flair und die Altstadt ist ein UNESCO Weltkulturerbe. Man kann gar nicht so viele Cortados trinken, wie es urige kleine Cafés gibt, in die man sich setzen möchte. Auch die Auswahl der Tapas-Bar zum Abendessen fiel uns eher schwer. Die wunderschön restaurierten Gebäude machen den Stadtbummel zum Erlebnis und es gibt viel zu entdecken. Es gibt zwar auch den einen oder anderen „Ketten-Laden“, sie integrieren sich aber sehr schön ins Stadtbild, so dass es nicht gestört wird.

Auch hier wurde es in den Abendstunden übrigens ziemlich kühl. Strickjacke und Schal sind hier gute Begleiter.

Fazit

Las Montañas de Anaga
Las Montañas de Anaga

Wir fanden Teneriffa sehr schön und hatten eine sonnige, erholsame und sehr abwechslungsreiche Woche. Enstpannen am Strand, lecker essen und trinken, Stadtbummel und Shopping, Wandern in der Natur… Man kann dort wirklich vielseitige Dinge erleben.

Die Menschen waren alle sehr freundlich, außerhalb der Touristen-Hochburgen (z.B. Playa de las Americas) war es nicht sehr voll und die Preise für Essen, Trinken, Unternehmungen und Benzin waren überraschend niedrig. Und im November in Shirt und Shorts am Strand zu sitzen, ist einfach der Knaller.

Los Gigantes
Los Gigantes

Es wäre jetzt nicht so mein Ding, auf Tenriffa einen reinen Badeurlaub zu verbringen, weil ich die Strände nicht so schön finde, wie z.B. auf Mallorca oder an der Costa Brava, was ja auch näher ist. Außerdem ist der Atlantik ja kälter, salziger und wilder als das Mittelmeer, das mir daher mehr liegt. Wir würden (werden?) aber auf jeden Fall wieder gerne dort hin!

Und jetzt hoffe ich, dass das Vitamin D bis zum April reicht 😉

Viel mehr Tipps gibt es natürlich in unserem geliebten Lonely Planet!

Übrigens: Da Fliegen ja nicht gerade klima- und umweltfreundlich ist, habe ich den CO2-Ausstoß meines Flugs bei Atmosfair „ausgeglichen“. Dort spendet man einen bestimmten Betrag, der dann in ein Projekt investiert wird, das die beim Fliegen verursachte Menge CO2 an anderer Stelle wieder einspart. Tolle Sache, finde ich!