The Hairdresser of Harare von Tendai Huchu

The Hairdresser of Harare von Tendai HuchuMein Projekt Read around the World führte mich mal wieder nach Simbabwe. Ich habe zwar schon „Wir brauchen neue Namen“ von NoViolet Bulawayo gelesen, aber das Buch „The Hairdresser of Harare“ schien mir auch sehr interessant zu sein. Es war für den Kindle einfach gnadenlos günstig,  da musste ich einfach mal zuschlagen.

Achtung: Diese Rezension enthält Spoiler, also lieber erst lesen, wenn ihr das Buch schon gelesen habt.

Worum geht es in „The Hairdresser of Harare“?

Das Buch handelt von Vimbai, einer jungen, begabten Friseurin und alleinerziehenden Mutter. Sie arbeitet in einem Friseur-Salon in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe. Ihr Leben ist nicht einfach, aber sie hat es soweit gut im Griff. Sie hat viele zufriedene Stammkundinnen und ist der Star des Salon-Teams. Als eines Tages der junge Dumisani – ein echtes Friseur-Naturtalent – auftaucht und versucht, ihr den Rang abzulaufen, ist Stress natürlich vorprogrammiert.

Worum geht es wirklich?

Das Buch bietet einen spannenden Einblick in das simbabwische Alltagsleben und dessen Widrigkeiten. Mit Geldnot, Familienstreit, Liebeskummer, Politik und gesellschaftlichen Zwängen hat man Tag für Tag zu kämpfen. Das große Thema, auf das alles hinausläuft, ist die Homosexualität von Dumisani. Diese wird von der Familie ignoriert und verdrängt, von Vimbai die ganze Zeit nicht einmal in Betracht gezogen und führt am Ende des Buches dazu, dass Dumisani brutal angegriffen wird.

Da Tendai Huchu in Simbabwe geboren und aufgewachsen ist, denke ich, dass „The Hairdresser of Harare“ eine realistische Darstellung des dortigen Lebens ist. Dies ist mir beim Lesen immer sehr wichtig. Leider gibt es allzu viele Bücher, bei denen sich jemand, der vielleicht mal irgendwo im Urlaub war, sich das dortige Leben zusammenreimt.

Mein Fazit

Es ist auf jeden Fall kurzweilig und lebendig geschrieben und lässt sich auf englisch sehr gut lesen. Mich persönlich hat es allerdings sehr gestört, dass der „Twist“ der Handlung unglaublich vorhersehbar war. Auch wie nachher damit umgegangen wurde, hat mir überhaupt nicht gefallen. Hier hätte ich mir ein wenige mehr „Message“ in Richtung Toleranz und Offenheit gewünscht.

Insgesamt wirkt das Buch über die ersten zwei Drittel etwas ausgearbeiteter, das dritte Drittel aber ein wenig zu oberflächlich und schnell. Zwischendurch hatte ich auch hin und wieder echte Zweifel an der Plausibilität des Verhaltens und der Gedanken der Figuren. Vielleicht sehe ich es aber auch aus meinem persönlichen gesellschaftlichen Hintergrund heraus als zu einfach an, mit bestimmten Situationen umzugehen.

Bei amazon gibt es weitere Infos, das Buch gibt es beim freundlichen Buchladen um die Ecke 🙂

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