Vinyl: Es dreht sich und knistert so schön

Vinyl-Liebe: Mein neuer PlattenspielerBack to the Music-Roots

Manchmal entstehen da ja so Dynamiken… Vor ungefähr drei Monaten saß ich genau hier auf der Couch und dachte, ich könnte mich ja doch mal wieder bei last.fm anmelden. In den letzten ein bis zwei Jahren habe ich nämlich immer weniger und weniger Musik gehört. Das hatte wohl verschiedene Gründe. Zum einen hatten wir die Zeit abonniert, was mir die Möglichkeit gab, auf dem Weg zur Arbeit deren Podcasts zu hören. Zum anderen herrscht im Büro einslive-Gebot und ich werde Tag für Tag mit Charts zugedudelt. Zuguterletzt habe ich da noch diese „Trash-für-Sport-Playlist, die ich immer auf dem Crosstrainer höre und über deren Inhalt ich nicht in der Öffentlichkeit sprechen möchte. Das alles hat meinem Musik-Ohr nicht gut getan!

Ab auf die Festivals, Inspiration holen

Jedenfalls last.fm… Die haben da diesen Button „Events“. Ich weiß auch nicht genau, wie das passiert ist, ich habe doch nur draufgeklickt und auf einmal hatten wir Karten für drei Festivals. Im Zuge der Festival-Vorbereitung – man hört sich so durch den Wust der Bands, deren Namen man aus o.g. Gründen nie gehört hat – machte es zunächst einmal KLONG, als die Stimme von Balthazar’s Maarten Devoldere an meinen Hörnerv andockte. Dadurch bestärkt (Ha! Es gibt DOCH gute neue Musik) wühlte ich weiter und weiter in den Listen und fand immer mehr. Auf dem Best Kept Secret verzauberten mich dann noch Two Door Cinema Club und schon mussten ein paar neue Alben her.

Das neue Musik-Medium der Wahl

Etwa zeitgleich ereigneten sich ein wenig Stress und ein paar Verluste bei der Übertragung der alten DRM-gesicherten iTunes-Dateien auf den neu gemachten Rechner und das Android-Handy. Digitale Musik war also etwas schlecht gelitten, dazu kam die Angst, dass Spotify irgendwann den Hahn zudreht und man plötzlich völlig ohne dasteht.

Also: Etwas handfestes musste her. CDs… Hmm… Ja… Aber da gab es doch noch etwas. Der Mate™ hatte schon öfter mal das V-Wort fallen lassen, aber ich war immer skeptisch. Vinyl? Wir haben weder einen Plattenspieler noch Platten. Da würden wir doch ganz von vorne anfangen. Aber steter Tropfen und so, hier und da ein paar Anreize und Argumente und – huch – ein Geburtstag! Da könnte ich mir doch einen Plattenspieler… Und überhaupt, wir brauchen ja ohnehin neue Musik, wenn wir uns digital-unabhängig machen möchten, bei vielen neuen Vinyl-Alben ist eine CD oder ein Downloadcode dabei, man hat etwas von Wert und Dauer, das ohne Internet funktioniert und nicht der Willkür von Geschäftsmodellen unterliegt.

Das Vinyl-Revival ist vollbracht

Jetzt ist es da, das Prachtstück, und uns erreichten sogar regelrecht euphorische Glückwünsche zur Umstiegs-Entscheidung auf Vinyl. Unsere Plattensammlung ist nach begeistertem Stöbern in verschiedenen Städten auf ganze 15 Stück angewachsen (von The Kinks bis Frank Sinatra eine äußerst wilde Mischung) und momentan erfüllt es mich mit purem musikalischen Glück, wenn ich die Platte aus der Hülle nehme, sie auf den Plattenteller lege, die Nadel aufsetze und es ein klitzekleines bisschen knistert.

Als Rückkopplung höre ich jetzt auch CDs und MP3s wieder fast nur noch als ganzes Album, schließlich hat der Künstler sich ja was dabei gedacht und was soll ich sagen, es ist großartig! Die Musik ist in unser Leben zurückgekehrt und bezaubert mehr denn je.

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