Puh! Wie man ein nasses Navi reparieren kann!

Oh nein! Ich habe mein Navi getötet!

Letzten Montag ist mir was ganz furchtbar Dummes passiert. In einer atemberaubend schwachsinnigen und vielleicht höchstens dem morgendlichen Stress geschuldeten Konstruktion habe ich die folgenden Dinge wie folgt in meine Stoff-Tasche gepackt, um sie mit zur Arbeit zu nehmen (ich habe das mal professionell aufgezeichnet):

  • Butterbrot in Alufolie (grau)
  • Linsensalat in Billig-Tupperdose (blau)
  • Navi (schwarz)
  • Banane (gelb)

Stofftasche mit Inhalt

Die Banane ist unwichtig, macht sich aber ganz nett. Der rote Kreis zeigt das ganze Unglück: Aus der schrägen, billigen und daher nicht dichten Dose läuft ungehindert die leckere Balsamico-Vinaigrette. Und zwar genau in den USB- und Strom-Anschluss des Navis, das ja durch das Butterbrot praktischerweise im idealen Winkel zur Dose liegt. Bis mir das aufgefallen ist, war in der Dose schon keine Sauce mehr. Dafür aber auf meiner Hose, meinen Schuhen, dem Fußboden und eben im Navi. Panisch habe ich es rausgeholt, ausgeschüttelt und seitlich unter Wasser gehalten. Vielleicht nicht gut, vielleicht aber besser als Essig und Öl. Dann sollte es trocknen.

Kann man ein nasses Navi reparieren?

Am Abend (es war noch ein bisschen Sauce rausgelaufen in der Zwischenzeit), habe ich versucht, es anzumachen. Es sagte „Pling“, sagte „Tomtom“ und dann nichts mehr. „Jetzt ist es ganz kaputt“ sagte der Mate, „Man darf das nicht anmachen, wenn es noch nicht ganz trocken ist!“ Und ich versuchte, mich zu beruhigen.

Am nächsten Tag habe ich es mit zur Arbeit genommen, um es aufzuschrauben und nachzuschauen, ob sich noch was machen lässt. Und ob der Chef vielleicht weiß, ob und wie man das Navi reparieren kann. Dazu brauchte ich einen winzigen Torx-Schraubenzieher. Den hat der Chef bestimmt, dachte ich, denn der Chef hat ja alles – vom Löwenzahnausstechdings über den Pizzaschneider mit Sicherheitsvorrichtung bis hin zur elektrischen Fahrradreifendruckprüfunddannaufpumpmaschine. Ich erklärte dem Chef, was passiert ist. „Jetzt ist es ganz kaputt“ sagte der Chef, „Man darf das nicht anmachen, wenn es noch nicht ganz trocken ist!“ Und ich versuchte, mich zu beruhigen.

Leider hatte der Chef gar keinen Torx-Schraubenzieher in so klein, aber er hat mal eben bei amazon nachgeschaut, warum er sowas nicht hat und dann hatte er es drei Tage später doch.

Navi reparieren

Also alles aufgeschraubt, vorsichtig auseinander genommen, bestaunt und mit Zewa, Wattestäbchen und viel Brennspiritus (hab ich schon erwähnt, dass der Chef alles hat?), von sämtlichen Essig&Öl-Rückständen befreit. Vorher musste ich noch an die Steckdose fassen (der Chef hat nicht nur alles, sondern weiß auch alles). Dann alles wieder zusammen geschraubt und auf den Knopf gedrückt. Es sagte „Pling“, sagte „Tomtom“ und dann nichts mehr.

Also 395 EUR im Sack (Toyota gab mir diese freundliche Auskunft und einen nicht ganz legalen Ratschlag zur Lösung). Ich wollte aber nichts Illegales machen uns das Ding nicht mehr sehen und versteckte es in einer Ecke vom Büro.

There, I fixed it!

Heute Morgen war ich nicht mehr ganz so wütend und habe spaßeshalber noch einmal auf den Knopf gedrückt. Es sagte „Pling“, sagte „Tomtom“ uuuund *trommelwirbel* sagte „schlechter GPS-Empfang“! Und dann sagte es alles, was es sonst auch so sagt. Und ich sagte „Yeah!“ 🙂

Navi reparieren

Ich bin bin mit meiner Dummheit davongekommen, ohne 400 EUR Lehrgeld zu zahlen, kann mich weiter leiten lassen, meine MP3s hören und meine Bluetooth-Freisprecheinrichtung benutzen. Phew!

Teilen:

2 thoughts on “Puh! Wie man ein nasses Navi reparieren kann!”

  1. Wär auch mein Rat gewesen: aufschrauben und in Ruhe trocknen lassen.

    Mir ist einmal ein Telefon in einem sintflutartigen Regen eingegangen. Es war in der Hosentasche, aber wenn man komplett watschelnass ist, bekommt eben auch das Telefon etwas ab. Es sagte nicht einmal mehr pling.

    Nach 3 Wochen im Schrank aber funktionierte es wieder prächtig, genau wie ein anderes Telefon, welches mir in die Badewanne gefallen war (lag zum Musikspielen am Rand, bis ein Anruf reinging und der Vibrationsalarm zur Versenkung führte…)

    Übrigens: gut, dass Du den TomTom saubergemacht hast! Zwar funktioniert Elektronik meist wieder, wenn die Flüssigkeit weg ist, aber man weiss nie welche Korrosion hinterher einsetzt – diese Befürchtung hast Du mit der Putzerei nun nicht mehr.

    Gratuliere!

    1. Danke 🙂 Ist schon erstaunlich wie robust sowas filigranes doch ist. Ich dachte mir, das Öl muss auf jeden Fall weg, weil es ja nicht trocknet und Essig… Genau, der frisst sich wohl mit der Zeit überall durch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.