Ziemlich lustig

Gestern Abend verschlug es mich ungewöhnlicherweise und zum ersten Mal in meinem Leben in einen Comedy Club. Und zwar den in Düsseldorf auf der Oststraße. Die „Comedy Vibes Stand Up Show“ stand auf dem Programm, was mir erst mal nichts sagte. Schon am Eingang hat mich die spezielle Atmosphäre aber irgendwie fasziniert. Es war ziemlich dunkel, ziemlich klein und auch irgendwie ein wenig verrucht. Eher so als würde uns eine wilde Club-Nacht erwarten.

Drinnen standen viele Stühle dicht gedrängt vor einer kleinen Bühne. Die Aperol-Dichte in den Händen des Publikums war groß, ich hab mich trotzdem für ein Bier entschieden. Wir haben uns die fünfte Reihe ausgesucht, denn ich hatte das Gefühl – zurecht, wie sich schnell herausstellte – dass es ganz vorne etwas heikel werden kann. So wurden wir nicht ausgefragt, was uns hergeführt hat oder was uns im Leben peinlich ist. Warum der so befragte Mann zwei Reihen vor uns dann ohne Not von seiner Beschneidung angefangen hat, um sich sofort danach zu empören, ob man so ein Thema denn vertiefen muss – man weiß es nicht!

Ich war sehr gespannt und hatte eigentlich nur die Befürchtung, dass es stellenweise so furchtbar peinlich schlecht werden könnte, dass ich mich unter meinem Sitz verstecken muss. Aber schlecht war in meinen Augen nur einer, dessen Namen ich vergessen habe, weswegen ich ihn hier auch nicht outen muss. Puh. Die anderen haben mich doch ziemlich amüsiert. Vincent Tophoven hat wirklich treffend (keine Ahnung, wieso ich meine, das beurteilen zu können) einen Hund auf Crack imitiert (Gassigehen im Görli birgt Gefahren), Kristina Bogansky hat von ihrer Anfangszeit in Berlin erzählt (nicht einfach, wenn man erst in der Restefi**en-Ära dort auftaucht) und Adson Böhnke fragt sich, warum sein Namensgeber, der Mönch aus Der Name der Rose mehr Sex hat als er. Von Lena Beermann, die ihre syrische und ihre deutsche Hälfte manchmal schwer ausbalancieren kann, erfahren wir, wie sie großzügig alle ihre Freunde zum Essen einlädt, aber dann doch jedem eine auf den Cent ausgerechnete PayPal-Anforderung schickt. Und zum Schluss hat Rasmus Syman dafür plädiert, dass wir doch die Locals in ihren authentischen Bars in Ruhe lassen und wie es sich gehört in die Touristenfallen tappen. Da ist was dran, muss ich sagen.

Fazit: Ich war skeptisch, ich kannte die alle nicht, ich habe mich größtenteils echt super amüsiert. Kann man machen!


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